Eine rundum weich gepolsterte Kraxe, die das Gewicht gut verteilt und mit der man auch ein schwereres Kleinkind angenehm mit auf die Wanderung nehmen kann? Eine Kraxe kann noch so viele praktische Features haben – wenn nach einer Stunde die Hüfte drückt oder die Schulter schmerzt, macht das Wandern damit keinen Spaß. Die Deuter Kid Comfort Pro verspricht aber, besonders gut gepolstert zu sein und genau das haben wir ausprobiert. Hält sie bei kurzen Runden genauso wie bei mehrstündigen Wanderungen, was sie verspricht?
Was Deuter über die Kid Comfort Pro sagt
Die Kid Comfort Pro ist das Topmodell unter den Kindertragen von Deuter. Sie wiegt laut Hersteller etwa 3,5 Kilogramm und bietet insgesamt 12 beziehungsweise 22 Liter Stauraum. Die zusätzlichen zehn Liter stecken nämlich in einem kleinen Rucksack, der im unteren Fach der Kraxe verstaut und bei Bedarf herausgenommen werden kann.

Für den Tragekomfort setzt Deuter auf das Aircomfort Sensic Vario Rückensystem, einen gepolsterten Hüftgurt und eine verstellbare Rückenlänge. Für das Kind gibt es einen höhenverstellbaren Sitz, Fußschlaufen sowie ein großes, weiches und waschbares Kinnpolster. Ebenfalls fix dabei sind ein integriertes Sonnendach und ein kleiner Rückspiegel. Das Maximalgewicht des Kindes gibt Deuter mit 18 Kilogramm an, zusätzlich dürfen vier Kilogramm Gepäck in die Kraxe. Und: Die Kraxe darf nur für Kinder verwendet werden, die schon selbstständig aufrecht sitzen können!
Offenlegung: Deuter hat uns die Kraxe zum Testen zur Verfügung gestellt. Für den Beitrag wurden wir nicht bezahlt und alles, was wir schreiben, ist unsere ehrliche Meinung.
Unsere Erfahrungen mit der Deuter Kid Comfort Pro
Wir waren mit der Kid Comfort Pro im Sommer 2026 bei mehreren längeren Wanderungen unterwegs. Unsere Tochter war zu diesem Zeitpunkt zweieinhalb Jahre alt und wog etwa 13 Kilogramm. Es waren durchwegs mehrstündige Touren, bei denen Dani die Kraxe gut drei bis vier Stunden oder länger am Rücken hatte.
Und genau hier zeigt sich für uns die größte Stärke der Kid Comfort Pro: die Polsterung.

Schulterträger und Hüftgurt sind wirklich angenehm weich gepolstert. Gleichzeitig wird das Gewicht sehr gut verteilt. Natürlich verschwinden 13 Kilogramm Kind plus Kraxe und Gepäck nicht plötzlich – die muss man schon am Rücken tragen. Aber für das Feeling macht es einen erstaunlich großen Unterschied, wie gut Träger und Hüftgurt gepolstert sind.
Wir haben davor bereits eine andere Kraxe verwendet. Jetzt, wo unsere Tochter schon etwas mehr Kilo auf die Waage bringt, ist das Tragen bei dieser schon sehr unangenehm geworden, weil bestimmte Bereiche an Hüfte oder Schulter stark gedrückt haben. Für mich war es teilweise sogar so, dass ich unsere Tochter gar nicht mehr länger tragen konnte, weil es wehgetan hat. Mit der Deuter ist das komplett anders. Sie sitzt angenehm und durch die gute Verteilung kommt einem das Gesamtpaket nicht so schwer vor.
Bequem auch fürs Kind?
Auch der Sitzbereich ist weich und angenehm gestaltet. Unsere Tochter sitzt sehr gerne in der Kraxe und beschwert sich auch bei längeren Wanderungen nicht. Im Gegenteil, sie schläft oft relativ schnell ein. Es gibt einen kleinen, sehr weichen Kopfpolster – für den wirkt sie allerdings schon etwas zu groß, denn sie sitzt viel zu weit oben, als dass sie sich an diesem gut anlehnen kann. Auf der Suche nach einem Manko dieser Kraxe würde ich mir wünschen, dass man diesen Polster vielleicht auch seitlich anklipsen kann, sodass sich das Kind dort anlehnen kann.
Toll finden wir – und auch unsere Tochter – die mitgelieferten Fußschlaufen. Sie funktionieren ein bisschen wie die Steigbügel bei einem Sattel: Das Kind kann die Füße hineinstellen und die Beine dadurch stärker anwinkeln, anstatt sie einfach nach unten baumeln zu lassen. Das stelle ich mir sehr angenehm vor und unsere Tochter verlangt auch selbst immer wieder nach den Schlaufen.
Rein- und rauskommen von alleine?
Auch das Ein- und Aussteigen funktioniert bei uns mittlerweile herrlich unkompliziert. Dank des seitlichen Einstiegs kraxelt unsere Tochter mit ihren zweieinhalb Jahren inzwischen einfach selbst hinein und auch wieder heraus. Danach müssen nur noch die Schnallen geschlossen werden und schon kann es losgehen. Das Anschnallsystem empfinden wir im Wanderalltag als unkompliziert.
Mit dabei: herausnehmbarer Rucksack, Sonnendach, Rückspiegel
Beim Stauraum könnte man auf den ersten Blick meinen, dass die Kid Comfort Pro etwas knapp bemessen ist. In der Praxis hat uns der Platz aber vollkommen gereicht. Wechselkleidung, Windeln, Feuchttücher, Snacks, Essen und eine Wasserflasche bringen wir problemlos unter.
Ein Feature hat sich dafür als überraschend praktisch herausgestellt: der herausnehmbare Rucksack. Er steckt im unteren Bereich der Kraxe und kann einfach herausgenommen werden. Wenn wir mal mehrere Tage hintereinander unterwegs sind, lassen wir die Kraxe einfach im Auto und nehmen immer nur den Rucksack mit dem verderblichen Essen oder der schmutzigen Wechselkleidung mit. So muss man nicht die ganze Kraxe mitnehmen oder darin herumwühlen. So unscheinbar das Feature klingt: Im Familienalltag ist das wirklich toll. Und sollte mal mehr Zeug in der Kraxe verstaut werden müssen, kann man den Daypack einfach vorne an der Kraxe befestigen, sodass das hintere Fach frei wird.
Die Kid Comfort Pro verfügt außerdem über ein fix integriertes Sonnendach. Es lässt sich schnell „aufbauen“ – sogar dann, wenn man die Kraxe bereits am Rücken trägt. Bei normalem Sonnenstand schützt es unsere Tochter sehr gut. Steht die Sonne allerdings tief und kommt entsprechend flach von vorne oder von der Seite, sind dem Dach naturgemäß Grenzen gesetzt.
In einer der Hüfttaschen versteckt Deuter noch ein kleines Detail: einen Rückspiegel. Zugegeben, im ersten Moment stellt sich durchaus die Frage, wofür man den braucht. Ist man alleine unterwegs, ergibt das Ganze aber plötzlich Sinn: Man kann damit schauen, ob das Kind hinten bereits eingeschlafen ist oder wie es gerade in der Kraxe sitzt, ohne die Kraxe abzunehmen.
Fazit
Wir finden die Deuter Kid Comfort Pro richtig gut und sie ist ab sofort die Kraxe unseres Vertrauens. Der wichtigste Grund dafür ist ganz klar der Tragekomfort. Die weiche Polsterung an Hüftgurt und Schulterträgern macht für uns einen enormen Unterschied. Die Kraxe verteilt das Gewicht sehr angenehm und verhindert genau jene unangenehmen Druckstellen, die uns bei anderen Modellen das Tragen teilweise verleidet haben.
Der herausnehmbare Rucksack ist ein cooles Extra, das wir sehr praktisch finden. Große Pluspunkte sammelt die Kid Comfort Pro aber auch beim Verstauen: Die Kraxe lässt sich etwas zusammendrücken, deutlich flacher machen und passt dadurch sehr leicht in ein vollgepacktes Familienauto.
