Wandern auf der Rax: Meine 10 schönsten Touren + Karte

Finde mit meinem Wanderguide inklusive Karte deine perfekte Tour

Ich liebe die Rax einfach und bin immer wieder begeistert, wie unterschiedlich man diesen Berg erleben kann. In diesem Beitrag möchte euch meine zehn schönsten Touren von leicht bis schwer vorstellen – mit Karte, Hüttenguide und Tipps zur besten Zeit und Ausrüstung. So findet ihr eure perfekte Wanderung bzw. Bergtour auf der Rax.

Inhaltsverzeichnis

Vorab zur Orientierung: Mit der Rax ist das gesamte Gebirgsmassiv gemeint. Ihr höchster Gipfel ist die Heukuppe mit 2.007 Metern. Viele der hier beschriebenen Wege führen zunächst auf das weitläufige Hochplateau. Wer anschließend noch auf die Heukuppe möchte, muss je nach Ausstieg eine zusätzliche, teils längere Wanderung einplanen.

Meine zehn Rax-Touren mit Wanderkarte

Bitte beachten: Da man die Wege beliebig kombinieren kann, bezieht sich die Länge jeweils nur auf den Aufstieg (bzw. Abstieg) nicht den Hin- und Rückweg. Die genaue Definition der technischen Schwierigkeit findet ihr in meinem Beitrag zu den alpinen Schwierigkeitsskalen.

TourBereichAnspruchReiner Aufstieg
1. Plateauwanderung OttohausRaxseilbahnleicht
(T1)
2 km / 100 hm
2. Schlangenweg bis RaxkirchePreiner Gscheidleicht
(T2)
4 km / 740 hm
3. Großer Kesselgraben
bis Gloggnitzer Hütte
Höllentalleicht
(T2)
6,7 km / 990 hm
4. Wachthüttelkamm
bis Höllentalaussicht
Höllentalmittel
(T3 / A)
5,5 km / 1.100 hm
5. Rudolfsteig bis KlobentörlHöllentalmittel
(T3 / A)
5 km / 1.090 hm
6. Gamsecksteig bis HeukuppeHinternaßwald mittel
(T3 / A)
8 km / 1.300 hm
7. Wildfährte bis HeukuppeHinternaßwald schwer
(T4 / B)
8,5 km / 1.300 hm
8. Teufelsbadstubensteig
bis Ausstieg
Höllentalschwer
(T3 / B)
3,7 km / 730 hm
9. Große Klettersteigrunde
bis Höllentalaussicht
Höllentalschwer
(T4 / B)
5 km, 1.120 hm
10. Haidsteig bis Preiner WandPreiner Gscheidschwer
(D)
6,5 km / 870 hm

Die Rax: Zwischen Hochplateau und steilen Felswänden

Oben Wiesen, Latschengassen und Hütten, darunter steile Felsabbrüche: Auf der Rax liegen gemütliches Wandern und anspruchsvolles Bergsteigen nah beieinander. Besonders eindrucksvoll sieht man das beispielsweise im Großen Höllental, an der Preiner Wand oder bei den Kahlmäuern. Dort führen Steige durch alpines Gelände, das man beim Spazierengehen am Plateau kaum vermuten würde.

Blick vom Ausstieg der Wildfährte über das Raxplateau
Blick vom Ausstieg der Wildfährte über das Raxplateau

Entsprechend unterschiedlich sind die Anforderungen. Auf manchen Wegen braucht es nur ausreichend Kondition. Auf anderen sind Schwindelfreiheit, absolute Trittsicherheit und Erfahrung im ungesicherten, alpinen Gelände absolute Grundvoraussetzung. Zur ersten Einordnung habe ich meine Tourentipps in leicht, mittel und schwer gegliedert.

Bitte beachten: Meine Gliederung berücksichtigt ausschließlich die technischen Schwierigkeiten. Länge, Höhenmeter oder Ausgesetztheit wurden nicht berücksichtigt. Wie anspruchsvoll eure Tour wird, hängt außerdem vom gewählten Abstieg, zusätzlichen Gipfeln und den aktuellen Verhältnissen ab.


Leichte Wanderungen auf der Rax (T1 bis T2)

Für einen Einstieg in die Welt der Rax bietet sich eine Wanderung am Hochplateau an. Die Seilbahn übernimmt den anstrengenden Teil und bis zum Ottohaus bleibt man auf breiten Wegen. So lässt sich die Rax auch ohne Erfahrung auf alpinen Steigen kennenlernen. Wer ein paar Höhenmeter sammeln möchte, kann sich den Schlangenweg oder Großen Kesselgraben einmal genauer ansehen.

1. Von der Bergstation zum Ottohaus

Ottohaus auf der Rax
Das Ottohaus ist von der Bergstation aus einfach zu erreichen © Niederösterreich Werbung/Jiří Hruška

Wer auf der Rax wandern möchte, ohne zuerst einen langen Aufstieg zu bewältigen, kann mit der Raxseilbahn von Hirschwang bequem auf das Hochplateau fahren. Von der Bergstation führt ein breiter, gut markierter Weg zum Ottohaus. Die Strecke steigt nur sanft an und eignet sich wunderbar, um die weite Landschaft der Rax kennenzulernen. Nach 30 bis 45 Minuten erreicht man das Ottohaus. Zurück zur Bergstation geht es auf demselben Weg.

Tiefblick bei der Höllentalaussicht auf der Rax
Die Höllentalaussicht ist am Weg zum Ottohaus nur ein kurzer Abstecher

Wer die Wanderung erweitern möchte, hat am Plateau dafür unzählige Möglichkeiten. Drei lohnende sind:

  • Zur Höllentalaussicht: Sie ist einer meiner liebsten Plätze auf der Rax. Der Pfad dorthin zweigt am Praterstern (ja, der heißt wirklich so wie der in Wien) Richtung Höllentalaussicht ab. Dort öffnet sich der atemberaubende Blick in das Große Höllental mit seinen steilen Felswänden. Anschließend geht es auf demselben Weg zurück zum Praterstern und weiter zum nahe gelegenen Ottohaus.
    Verlängert die Tour um 2 km und 70 hm.
  • Auf den Jakobskogel: Wer noch einen kleinen Gipfel samt Gipfelkreuz mitnehmen möchte, kann direkt hinter dem Ottohaus zum Jakobskogel aufsteigen. Dort hat man einen schönen Blick auf das umliegende Hochplateau.
    Verlängert die Tour um 700 m und 90 hm.
  • Zur Heukuppe: Tagesfüllend wird die Unternehmung, wenn man auf dem Hochplateau bis zur Heukuppe weiterwandert. Auch hier bleibt der Weg bis zum Schluss technisch einfach.
    Verlängert die Tour um 16 km und 850 hm.

Details zur Plateauwanderung auf der Rax

2. Schlangenweg durch den Siebenbrunnenkessel

Rechts unten zieht der Schlangenweg hoch
Rechts unten zieht der Schlangenweg hoch

Der Schlangenweg ist eine der schönsten Möglichkeiten, die Felswände der Rax auf einem technisch verhältnismäßig einfachen Wanderweg zu erkunden. Von der Passhöhe Preiner Gscheid geht es zunächst über die Forststraße zur Siebenbrunnenwiese. Hier öffnet sich der Blick auf den großen, von Felswänden eingerahmten Siebenbrunnenkessel. Durch ihn schlängelt sich der Weg in zahlreichen Kehren hinauf zum Karl-Ludwig-Haus. Der Weg bleibt bei guten Verhältnissen einfach, die gut 700 Höhenmeter bis zur Hütte wollen aber trotzdem überwunden werden. Mein Fototipp: In der Nähe liegt die kleine Raxkirche, die ein wunderbares Motiv abgibt.

Raxkirche
Einfach fotogen: die Raxkirche

Wer noch weiter möchte, kann die Heukuppe dranhängen. An schönen Wochenenden sollte man allerdings mit viel Gesellschaft rechnen. Der Schlangenweg gehört für mich trotzdem zu den schönsten Wanderungen in Niederösterreich. Im Winter stellt der Schlangenweg mit Abfahrt durch den Karlgraben übrigens eine fabelhafte Skitour für erfahrene Skibergsteiger dar.

Details zum Schlangenweg

3. Großer Kesselgraben zur Gloggnitzer Hütte

Weg durch den Großen Kesselgraben
Der Weg verläuft technische einfach durch den Großen Kesselgraben

Der Große Kesselgraben bietet einen langen, technisch vergleichsweise unkomplizierten Aufstieg aus dem Höllental. Von der gleichnamigen Bushaltestelle führt der Weg durch einen tief eingeschnittenen Graben hinauf zur Gloggnitzer Hütte. Waldstücke wechseln sich mit felsigen Engstellen und offeneren Abschnitten ab. Wer einen technisch einfachen und meist etwas ruhigeren Weg als den Schlangenweg sucht, wird im Großen Kesselgraben fündig.

Der Große Kesselgraben ist sehr waldig
Der Große Kesselgraben ist sehr waldig

Ein Spaziergang ist es aber trotzdem nicht: Bis zur Gloggnitzer Hütte kommen knapp sieben Kilometer und rund 1.000 Höhenmeter zusammen – nur im Aufstieg. Dafür verteilen sich die Höhenmeter über eine längere Strecke. Der Kesselgraben eignet sich auch als technisch einfacher Rückweg nach einem anspruchsvollen Aufstieg durch das Höllental. Die Höllental-Steige beginnen allerdings bei einem anderen Startpunkt (Weichtalhaus), die zusätzlichen rund zwei Kilometer entlang der Höllentalstraße dorthin gehören in der Tourenplanung berücksichtigt.

Details zum Großen Kesselgraben


Mittelschwere Bergtouren auf die Rax (T3)

In diese Kategorie fallen für mich Anspruchsvolle Bergwanderungen (T3). Touren wie der Gamsecksteig, Rudolfsteig und Wachthüttelkamm verlangen bereits Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und Erfahrung auf schmalen, steilen und stellenweise ausgesetzten Bergsteigen. An einzelnen versicherten Stellen kann ein Klettersteigset sinnvoll sein, wenn ihr euch ohne zusätzliche Sicherung nicht wohlfühlt.

4. Wachthüttelkamm über Leitern aus dem Höllental

Mein Lieblingsplatz am Wachthüttelkamm
Mein Lieblingsplatz am Wachthüttelkamm

Der Wachthüttelkamm ist ein abwechslungsreicher Aufstieg aus dem Höllental. Im unteren Teil geht es gleich ordentlich zur Sache: Der Weg zieht steil durch bewaldetes Felsgelände, zahlreiche Eisenleitern und einzelne Stahlseile helfen über felsige Stufen. Dazwischen bleibt es stellenweise ausgesetzt. Weiter oben wird das Gelände allmählich gutmütiger. Man folgt dem Kamm Richtung Hochplateau und bekommt immer wieder schöne Tiefblicke ins Große Höllental. Über das Plateau lässt sich die Wanderung beispielsweise zum Ottohaus fortsetzen.

Im oberen, flacheren Bereich des Wachthüttelkamms
Im oberen, flacheren Bereich des Wachthüttelkamms

Besonders herrlich finde ich die kleinen Aussichtsplätze im oberen Teil mit Blick ins Höllental. Häufig wird der Wachthüttelkamm als Abstieg nach einem der Höllental-Klettersteige genutzt. Gerade dann sollte noch genügend Konzentration übrig sein: Die steilen Leiterpassagen warten beim Hinuntergehen zum Schluss. Aber auch als Aufstiegsweg ist er eine lohnende Unternehmung.

Details zum Wachthüttelkamm

5. Rudolfsteig mit Tiefblicken ins Große Höllental

Tiefblick vom Rudolfsteig in Große Höllental
Tiefblick vom Rudolfsteig ins Große Höllental

Der Rudolfsteig ist sowas wie der Bruder des Wachthüttelkamms. Auf der anderen Seite des Höllentals führt er mit ähnlichem Charakter auf die Rax. Der Weg startet zunächst steil durch den Wald und verläuft dann über felsdurchsetzte Abschnitte und einen aussichtsreichen Kamm hinauf. Besonders eindrucksvoll sind – genau wie beim Wachthüttelkamm – die Tiefblicke ins Große Höllental.

Leichtes Gehgelände im oberen Bereich des Rudolfsteigs
Leichtes Gehgelände im oberen Bereich des Rudolfsteigs

Insgesamt ist der Rudolfsteig ein anspruchsvoller alpiner Wandersteig, bei dem einige Stellen mit Stahlseilen gesichert sind. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind auch hier Grundvoraussetzung. Weiter oben flacht der Weg schließlich ab und führt durch Wald und Latschen zum Klobentörl. Von dort bieten sich etwa die Gloggnitzer Hütte oder eine längere Fortsetzung zum Habsburghaus an. Mit dem Großen Kesselgraben als Abstieg (siehe oben) lässt sich eine abwechslungsreiche, wenn auch lange Runde drehen.

Details zum Rudolfsteig

6. Gamsecksteig auf der Westseite der Rax

Der wunderbare Gamsecksteig
Der wunderbare Gamsecksteig

Auf der Nordwestseite präsentiert sich die Rax von ihrer einsameren Seite. Die mächtigen Kahlmäuer wirken rau und abgeschieden. Der lange Zustieg durch die Reißtalklamm ist die Eintrittskarte in diese ruhige Bergwelt. Der Gamsecksteig, auch „Zahmes Gamseck“ genannt, ist ein herrlich alpiner Steig in diesem genialen Eck der Rax. Im felsigen Teil helfen Stahlseile und kurze Leitern über einzelne Passagen, dazwischen bewegt man sich viel in ungesichertem Gelände.

Ich habe den Gamsecksteig als Abstieg nach der Wildfährte kennengelernt. Landschaftlich steht er ihr um nichts nach. Als Aufstieg ist er aber genauso interessant.

Details zum Gamsecksteig


Schwere Bergtouren (ab T4) und Klettersteige (ab B) auf der Rax

Auf den folgenden Steigen kommen Klettersteige und teils ungesicherte Kletterstellen dazu. Alpine Bergerfahrung ist hier Grundvoraussetzung.

7. Wildfährte durch die Kahlmäuer

Typisches Gelände in der Wildfährte
Typisches Gelände in der Wildfährte

Nach dem etwas zähen Zustieg durch die Reißtalklamm wartete eine wildromantische Landschaft, die ich so nahe bei Wien kaum erwartet hätte. Die Wildfährte führt oft einsam durch die mächtigen Kahlmäuer, zwischendurch kann man beeindruckende Tiefblicke erhaschen. Dabei wechseln sich versicherte Klettersteig-Passagen bis B mit ungesicherter Kraxelei bis I+ ab. Am besten haben mir die letzten rund 100 Höhenmeter mit ihren genussvollen Klettersteigpassagen gefallen. Beim Ausstieg öffnet sich dann schlagartig der Blick über das Raxplateau. Wer noch fit in den Beinen ist, kann die Heukuppe als lohnende Verlängerung anhängen. Als direkter Abstieg bietet sich der oben beschriebene Gamsecksteig an.

Besonders im Herbst finde ich diese Runde traumhaft, wenn sich das Hochplateau farbenprächtig präsentiert. Deshalb ist sie auch unter meinen schönsten Herbsttouren in Österreich dabei. Voraussetzung sind passende Verhältnisse und Erfahrung auf alpinen Steigen.

Details zur Wildfährte

8. Teufelsbadstubensteig durch die Felsen im Großen Höllental

Tiefblick am Teufelsbadstubensteig
Tiefblick am Teufelsbadstubensteig

Schon der Zustieg zum Teufelsbadstubensteig durch das Große Höllental ist ein Erlebnis. Über die Schönbrunner Stiege gelangt man zwischen die hohen Felswände. Im Talboden wandert man bis fast ganz nach hinten, bevor man zum Einstieg abzweigt. Im Teufelsbadstubensteig warten schmale Felsrampen, Rinnen und zwei markante Eisenleitern. Besonders eindrucksvoll ist die Schlüsselstelle, eine lange Leiter, die zu einer höhlenartigen Öffnung hinaufführt. Und natürlich die herrlichen Tiefblicke ins Höllental.

Mit nur einer B-Stelle gehört der Teufelsbadstubensteig zu den technisch leichteren Klettersteigen der Rax. Trotzdem verlangt er alpine Erfahrung: Vor allem im oberen Teil gibt es ungesicherte Felspassagen (I) und geröllige Rinnen mit Steinschlaggefahr. Helm und vollständige Klettersteigausrüstung gehören deshalb dazu. Der Steig mündet in den Wachthüttelkamm, auf dem man weiter zur Höllentalaussicht wandern oder direkt absteigen kann.

Details zum Teufelsbadstubensteig

9. Große Klettersteigrunde im Höllental

Einfach spektakulär: der schönste Teil der Runde ist der Gustav-Jahn-Steig
Einfach spektakulär: der schönste Teil der Runde ist der Gustav-Jahn-Steig

Für mich zählt die Große Klettersteigrunde im Höllental zu den schönsten Bergtouren im Osten Österreichs. Sie verbindet Gaislochsteig, Gustav-Jahn-Steig und den oberen Teil des Alpenvereinssteigs. Diese Kombination verspricht einen ausgedehnten Bergtag in den Felswänden über dem Großen Höllental. Zunächst geht es durch den Talboden hinauf zum Gaislochsteig. Seine häufig nassen Felsen verlangen Aufmerksamkeit. Bei Frost kann es hier schnell eisig werden.

Höllental im Morgenlicht mit Nebel
Im Gaislochsteig ist es immer nass

Danach folgt mit dem Gustav-Jahn-Steig mein persönliches Highlight der Runde. Die Querung führt aussichtsreich und ordentlich ausgesetzt durch die Wand. Dazwischen liegen ungesicherte Geh- und Geröllpassagen. Über den oberen Teil des Alpenvereinssteigs steigt man anschließend weiter zur Höllentalaussicht auf, wo sich der Blick zurück in den tief eingeschnittenen Talkessel öffnet. Als Abstieg bietet sich der oben beschriebene Wachthüttelkamm an.

Details zur Großen Klettersteigrunde

10. Haidsteig durch die Preiner Wand

Kletterin im Haidsteig auf die Rax

Der Haidsteig ist die Königstour auf die Rax und zählt für mich zu den schönsten Klettersteigen in den Wiener Alpen. Durch die Preiner Wand führt er mit herrlichen Querungen, zwei markanten Eisensteigbäumen und eindrucksvollen Tiefblicken hinauf Richtung Hochplateau. Der Zustieg vom Preiner Gscheid zieht sich zunächst über rund 4 Kilometer Forststraße. Der anschließende Waldpfad und vor allem der Holzknechtsteig am Wandfuß haben mir dafür landschaftlich besonders gut gefallen.

Mit C/D beziehungsweise je nach Bewertung D ist der Haidsteig der technisch schwierigste Anstieg in dieser Auswahl. Die Schlüsselstelle liegt im engen Kamin unterhalb der Schwarzen Madonna. Auch die rund 400 Höhenmeter im Steig verlangen Ausdauer. Nach dem Ausstieg bietet sich die Preiner Wand als Gipfelziel, die Neue Seehütte als Einkehr und der Göbl-Kühn-Steig als Abstieg an. Wer einen sehr langen Bergtag plant, kann über das Plateau weiter zur Heukuppe wandern und danach gemütlich über den Schlangenweg absteigen. Wenn möglich, würde ich den Haidsteig unter der Woche angehen, denn an schönen Wochenenden ist er entsprechend beliebt.

Details zum Haidsteig


Die beste Zeit zum Wandern auf der Rax

Für die beschriebenen Wanderungen und Steige eignet sich die schneefreie Zeit vom späten Frühjahr bis in den Herbst. Entscheidend sind immer die Verhältnisse auf dem jeweiligen Weg. Gerade in schattigen Rinnen können Altschnee und Eis lange liegen bleiben. Nasser Fels, feuchter Waldboden und rutschige Leitern machen die alpinen Steige zusätzlich anspruchsvoll.

Raxplateau im Herbst
Im Herbst präsentiert sich das Raxplateau besonders farbenfroh

Auch im Winter ist das Hochplateau ein spannendes Ausflugsziel: Mit der Raxseilbahn gelangt man hinauf und kann die verschneite Landschaft auf ausgewiesenen Schneeschuhrouten erkunden. Eigene Schneeschuhe braucht man dafür nicht unbedingt. Im Raxalm-Berggasthof direkt bei der Bergstation man mann sich Schneeschuhe und Tourenstöcke ausborgen. Natürlich ist die Rax auch ein toller Berg für Skitouren, das ist aber eine ganz andere Geschichte. Hier ein paar winterliche Eindrücke, gefilmt bei einer Skitour:

Skitour: Abfahrt Heukuppe (Rax)

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Ein paar Worte zur Ausrüstung

Für die Klettersteige gehören Helm, Gurt und Klettersteigset ins Gepäck. Bei Nebel kann die Orientierung auf dem weitläufigen Hochplateau schwierig werden. Neben einer passenden Tourenplanung gehören deshalb auch eine verlässliche Karte, Wetterschutz und ausreichend Wasser in den Rucksack. Gerade bei den langen Anstiegen aus dem Höllental und von Hinternaßwald gibt es unterwegs keine Einkehrmöglichkeit. Gute Bergschuhe verstehen sich von selbst

Hüttenguide für die Rax

Eine schöne Besonderheit der Rax sind ihre vielen Hütten. Vom Berggasthof direkt an der Seilbahn bis zur kleinen, ehrenamtlich betreuten Gloggnitzer Hütte gibt es ganz unterschiedliche Möglichkeiten für eine Pause. Mehrere Häuser bieten auch Schlafplätze. Das ist besonders praktisch, wenn man eine längere Wanderung über das Plateau auf zwei Tage aufteilen möchte.

Bitte prüft die aktuellen Öffnungszeiten immer direkt vor eurer Tour. Hüttenbetrieb, Ruhetage und Winteröffnungen hängen oft von Saison, Wetter, Seilbahnbetrieb und Pächterregelungen ab.

Raxalm-Berggasthof

Der Raxalm-Berggasthof liegt direkt an der Bergstation der Seilbahn. Die Terrasse bietet sich für einen Kaffee vor der Wanderung oder eine Einkehr vor der Talfahrt an. Auch übernachten kann man hier.
Übliche Öffnungszeiten: ganzjährig und grundsätzlich ohne Ruhetag; während der Revisionszeiten der Seilbahn kann auch der Berggasthof geschlossen sein.

Ottohaus

Das Ottohaus ist von der Bergstation in etwa 30 bis 45 Minuten erreichbar und ein beliebtes Ziel für eine kurze Wanderung. In seiner Nähe liegen der Alpengarten und der Jakobskogel.
Übliche Öffnungszeiten: etwa Anfang Mai bis Anfang November. Im Winter wird je nach Wetter an ausgewählten Wochenenden und in Ferienzeiten geöffnet.

Neue Seehütte

Die Neue Seehütte liegt westlich der Preiner Wand und bietet sich für eine Pause beim Hüttenhüpfen oder nach einer Tour im Bereich der Wand an. Sie ist eine reine Einkehrhütte ohne Übernachtungsmöglichkeit.
Übliche Öffnungszeiten: ungefähr Mitte Mai bis Ende Oktober oder Anfang November, in der Sommersaison meist täglich. Einzelne Winteröffnungen werden gesondert angekündigt.

Neue Seehütte, Rax, Hütte, Region Semmering-Rax, Wiener Alpen in Niederösterreich
Neue Seehütte © Wiener Alpen/Sophie Menegaldo

Karl-Ludwig-Haus

Das Karl-Ludwig-Haus steht oberhalb des Siebenbrunnenkessels und ist das erste große Ziel am Schlangenweg. Die nahe Raxkirche und der Weiterweg zur Heukuppe lassen sich gut mit einer Einkehr verbinden.
Übliche Öffnungszeiten: etwa Mai bis Ende Oktober oder Anfang November. Im Winter ist kein regulärer Hüttenbetrieb üblich; aktuelle Informationen sollte man vorab prüfen.

Waxriegelhaus

Das Waxriegelhaus liegt unterhalb des Hochplateaus nahe der Siebenbrunnenwiese. Die Naturfreundehütte passt gut zu einer Tour über den Schlangenweg, ist vom Preiner Gscheid aber auch als eigenes Ziel für eine kürzere Wanderung erreichbar.
Übliche Öffnungszeiten: ganzjährig und grundsätzlich täglich.

Habsburghaus

Das Habsburghaus liegt aussichtsreich auf dem Grieskogel. Von hier reicht der Blick unter anderem zur Schneealpe, zum Ötscher und zum Hochschwab. Nach der Wildfährte oder bei einer längeren Plateauwanderung lässt sich hier einkehren und auch übernachten.
Übliche Öffnungszeiten: ungefähr Mitte Mai bis Ende Oktober beziehungsweise Anfang November. Im Winter gibt es keinen regulären Hüttenbetrieb, aber einen Winterraum.

Das Habsburghaus am Grieskogel
Das Habsburghaus am Grieskogel © Niederösterreich Werbung/Jiří Hruška

Gloggnitzer Hütte

Die Gloggnitzer Hütte liegt am oberen Kesselboden und passt besonders gut zu Touren über den Großen Kesselgraben oder den Rudolfsteig. Sie wird ehrenamtlich und einfach bewirtschaftet: Es gibt Getränke und eine warme Suppe, die eigene Jause darf mitgebracht werden.
Übliche Öffnungszeiten: anfang oder Mitte Jänner bis Mitte November; samstags, sonntags und an Feiertagen. Am Samstag beginnt der Betrieb im Sommer meist um die Mittagszeit, im Winter am Nachmittag.

Edelweißhütte am Preiner Gscheid

Auch an den Ausgangspunkten einiger Touren kann man einkehren. Die Edelweißhütte am Preiner Gscheid liegt direkt an der Passhöhe und bietet sich vor oder nach einer Wanderung auf der Südseite der Rax an.
Übliche Öffnungszeiten: ungefähr Mai bis Ende Oktober, meist von Donnerstag bis Sonntag. Montag bis Mittwoch sind in der Regel Ruhetage.

Weichtalhaus

Das Weichtalhaus liegt im Höllental zwischen Rax und Schneeberg. Für viele der hier beschriebenen Höllental-Touren ist es ein praktischer Treffpunkt und eine gute Einkehrmöglichkeit nach dem Abstieg. Übernachtungen sind ebenfalls möglich, je nach Wochentag und Reservierung.
Übliche Öffnungszeiten: etwa Mitte April bis Anfang November. Dienstag und Mittwoch sind meist Ruhetage, während der Sommerferien wird üblicherweise täglich geöffnet.

Fazit: Warum sich Wandern auf der Rax immer wieder lohnt

Die Rax ist einer dieser Berge, die man nicht nach einer einzigen Wanderung kennt. Sie kann gemütlich sein, weit und aussichtsreich. Sie kann aber auch steil, felsig und überraschend wild werden. Wer zum ersten Mal kommt, startet vielleicht mit der Seilbahn, dem Ottohaus und der Höllentalaussicht.

Raxkirche bei Sonnenuntergang
© Niederösterreich Werbung/Jiří Hruška

Wer mehr Höhenmeter sammeln möchte, nimmt den Schlangenweg oder den Großen Kesselgraben. Und wer Erfahrung in alpinem Gelände mitbringt, findet im Höllental, an der Preiner Wand und bei den Kahlmäuern einige der spannendsten Steige in den Wiener Alpen. Für mich bleibt die Rax ein Berg, zu dem ich immer wieder gerne zurückkomme – weil sie so nah liegt und sich trotzdem oft größer, rauer und alpiner anfühlt, als man es vor der Haustür von Wien erwarten würde.

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