Die Skitour auf die Hochalmspitze zählt zu den ganz großen Unternehmungen im Maltatal – nicht nur wegen ihrer Höhenlage und der 2.200 Höhenmeter. Vor allem ihre landschaftliche Weite hat es mir angetan.
Mit dem langen Osthang am Hochalmgletscher wartet zudem eine der lohnendsten Abfahrten weit und breit. Zusammen mit einer Nacht auf der Villacher Hütte wird aus der Skitour auf die Hochalmspitze ein Erlebnis, das mich landschaftlich wie skifahrerisch umgehauen hat. Für all das bleibt sie über weite Strecken technisch überraschend gutmütig.
Toureninfos
- Lage: Österreich / Kärnten / Ankogelgruppe
- Ausgangspunkt: Parkplatz Villacher Hütte
- Höhenmeter & Distanz: 2.200 hm | 27 km
- Höchster Punkt: 3.360 Meter
- Schwierigkeit gemäß SAC-Skitouren: ziemlich schwierige Skitour (ZS-)
- Schlüsselstelle: der letzte Steilhang hoch auf den Rücken der Hochalmspitze (40°)
- Gemacht im: März 2026
- Link zum Selberplanen: bergsteigen.com
- Schneelage & aktuelles Lawinenrisiko: Skitourenguru
Tourenbericht Hochalmspitze vom Maltatal aus
Ausgangspunkt des Abenteuers ist die Schönau Brücke (1.186 m), die man über die Malta-Hochalm-Straße erreicht. Wir haben mit etwas Glück einen der vier Stellplätze am „Parkplatz“ Villacher Hütte – eine kleine Parkbucht entlang der Straße – bekommen. Ist dieser voll, gibt es rund 500 Meter taleinwärts mehr Parkmöglichkeiten bei der Gmündner Hütte.

Tag 1: Zustieg zur Villacher Hütte
Der erste Tag schafft die perfekte Ausgangslage für das große Finale am nächsten Morgen. Von der Schönau Brücke schlängelt sich ein Forstweg mit angenehmer Steigung hinein in eine Landschaft, die mit jedem Höhenmeter mehr von ihrer alpinen Schönheit preisgibt. Skilänge für Skilänge lässt man den Alltag hinter sich.
Spätestens ab der Bogensberger Hütte (1.911 m), wo der Weg endet und das freie Gelände beginnt, taucht man tief in die hochalpine Welt der Ankogelgruppe ein. Über einige Steilstufen und immer offener werdendes Gelände gelangt man zur Villacher Hütte (2.194 m).
Wir waren ganz alleine und mussten erstmal den Ofen anheizen, bevor wir die wohlige Wärme des Feuers genießen konnten. Idyllischer geht es kaum. Eine Übernachtung an diesem besonderen Ort macht aus der Hochalmspitze ein alpines Zweitagserlebnis. Gleichzeitig sorgt sie dafür, dass man den Gipfeltag entspannt und voller Vorfreude angehen kann.
Tag 2: Über das Hochalmkees auf die Hochalmspitze
Wann man am zweiten Tag aufbricht, hängt stark von Jahreszeit und Bedingungen ab. Wir waren Anfang März bei kalten Temperaturen unterwegs. Dementsprechend konnten wir etwas später aus den Schlafsäcken schlüpfen und sind bei Sonnenaufgang gestartet. Bei einer Firntour im Frühjahr sollte man spätestens gegen 05:00 Uhr aufbrechen.
Nach einem kurzen Abstieg in den Langen Boden beginnt der eigentliche Aufstieg – und damit jener Teil, der die Hochalmspitze zu einem begehrten Skitourenziel macht. Nachdem man der Spur rund 500 technisch einfache Höhenmeter durch das felsdurchsetzte Gelände gefolgt ist, betritt man schließlich die hochalpine Arena des Hochalmkees (ca. 2.700 m).
Der rund zweistündige Anstieg über den Gletscher zieht in gleichmäßigem Rhythmus nach oben und lebt von seiner Ruhe und landschaftlichen Schönheit. Die Hochalmspitze ist eine Tour, die ihre Faszination mit jedem Meter stärker offenbart.
Je näher man dem Gipfelaufbau kommt, desto alpiner wird das Ambiente und der Anspruch. Der letzte Steilhang hat es dann in sich. Hier wird es zum ersten Mal skitourentechnisch anspruchsvoll. Die Flanke kratzt an der 40-Grad-Marke und auch die Höhe – mittlerweile ist man über 3.200 Metern – macht sich bemerkbar. Eine solide Spitzkehrentechnik sollte hier auf jeden Fall beherrscht werden. Eine gute Grundkondition ist klar von Vorteil.
Hat man die Steilstufe überwunden, flacht das Gelände wieder etwas ab und führt auf den Vorgipfel der Hochalmspitze. Hier richtet man das Skidepot ein. Für den ausgesetzten Gipfelgrat können dann Steigeisen notwendig sein. Da ich etwas Respekt vor der Höhe habe, war ich froh, dass mich mein Begleiter und Bergführer Thomas ans kurze Seil genommen hat. So konnte ich das alpine Finale voll und ganz genießen, das der Skitour auf die Tauernkönigin die Krone aufsetzte.
Beim Gipfelkreuz angekommen, öffnet sich ein 360-Grad-Panorama, das seinesgleichen sucht. Die Hochalmspitze ist nicht nur ein herausragender Skiberg, sondern dank ihrer Dominanz auch ein außergewöhnlicher Aussichtsgipfel – in einem Radius von 45,6 Kilometern wird sie von keinem Berg überragt. An klaren Tagen wie unserem reicht der Blick von der Glockner- und Venedigergruppe über die Nockberge und Karawanken bis hin zu den Julischen Alpen und weiter in die Dolomiten.
Die Abfahrt: lang, weit und voller Genuss
Was im Aufstieg bereits begeistert, wird in der Abfahrt zum puren Genuss. Vor allem der Osthang am Hochalmgletscher macht die Hochalmspitze zu einem echten Highlight für Skitourengeher. Bei guten Verhältnissen – nach Neuschnee oder bei Firn – wartet hier eine lange, durchgehend lohnende Abfahrt, die viel Raum für die eigene Spur lässt und den Charakter der Tour perfekt widerspiegelt: weitläufig, offen und genussvoll.
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Fazit
Die Hochalmspitze vom Maltatal aus ist eine jener Touren, die vom ersten bis zum letzten Meter Eindruck hinterlassen. Die Villacher Hütte, der frühe Start in den Gipfeltag, die weiten Flächen des Hochalmkees, der alpine Gipfelaufbau und die lange Abfahrt sorgen für ein Skitourenerlebnis, das zweifelsohne zu den absoluten Highlights in den Hohen Tauern zählt.

Wer große Skitouren liebt und die Hohen Tauern von ihrer spektakulärsten Seite erleben möchte, findet mit der Hochalmspitze ein Ziel, das noch lange in Erinnerung bleibt. Ich jedenfalls habe mich in diesen Skitourentraum sofort verliebt – und staune bis heute über all jene, die diese gewaltige Tour an einem einzigen Tag bewältigen.
Das Maltatal im Winter
Wer im Winter gerne aktiv ist, dabei aber bewusst auf unnötigen Trubel verzichtet, findet im Maltatal beste Voraussetzungen. Das Tal verbindet stille Naturmomente mit einer überraschenden Bandbreite an Möglichkeiten – von Skitouren und Schneeschuhwanderungen mit Ranger über entspannte Winterspaziergänge bis hin zu Eislaufen und Eisklettern.

Und selbst wer Lust auf einen Skitag hat, profitiert hier von der ruhigen Lage: Mehrere Skigebiete sind schnell erreichbar, während das Maltatal selbst seine gemütliche und entschleunigte Atmosphäre bewahrt.
