Durrachjöchl (2.141 m): Wanderung von Kasern

Kurze und aussichtsreiche Halbtagestour im Schmirntal

Die Wanderung auf das Durrachjöchl (2.141 m) führt vom Ortsteil Obern bei Kasern auf einen überraschend aussichtsreichen Gipfel am Ende des Tiroler Schmirntals. Mit 3,8 Kilometern und rund 510 Höhenmetern eignet sich die Tour hervorragend als Halbtagesprogramm – oder als Sonnenaufgangstour. Unterschätzen sollte man sie dennoch nicht: Schmale Pfade und abschüssige Grasquerungen verlangen Trittsicherheit und trockene Verhältnisse.

Toureninfos

Tourenbeschreibung der Wanderung auf das Durrachjöchl

Wir starteten sehr früh und erreichten das Durrachjöchl gerade rechtzeitig, als die ersten Sonnenstrahlen über die umliegenden Berge wanderten. Für eine Sonnenaufgangstour eignet sich der kurze Anstieg nämlich ausgezeichnet – sofern man sich auf dem schmalen Steig auch im Dämmerlicht sicher bewegen kann.

Von Obern ins Tal des Schragerbachs

Ausgangspunkt der Wanderung ist der Ortsteil Obern (ca. 1.630 m) ganz hinten im Schmirntal. Parkmöglichkeiten (keine ausgewiesenen Parkplätze) befinden sich links entlang der Straße am Kluppenbach. Von dort geht es zu den letzten Bauernhöfen am Eingang des Kluppentals. Hinter dem letzten Hof beginnt der Steig auf das Durrachjöchl. Der Pfad steigt zunächst über Wiesengelände an und quert anschließend in östlicher Richtung den Bergfuß. Markierungen gibt es nur wenige, der ausgetretene Weg ist aber gut zu erkennen und lässt sich problemlos verfolgen.

Ziemlich schnell eröffnen sich tolle Blicke zum Kleinen Kaserer und in den Kaserer Winkel
Ziemlich schnell eröffnen sich tolle Blicke zum Kleinen Kaserer und in den Kaserer Winkel

Schon während der ersten Höhenmeter öffnen sich schöne Blicke zum Kleinen Kaserer. Landschaftlich richtig reizvoll wird es für mich aber dort, wo der Weg in das Tal des Schragerbachs eintaucht. Der Talschluss wirkt ruhig und abgeschieden, während die umliegenden Berge langsam immer mehr in den Blick rücken.

Im unteren Teil des Tals über dem Schragerbach
Im unteren Teil des Tals oberhalb des Schragerbachs

Über steile Grasflanken zum Südrücken

Oberhalb des Bachs folgt man dem ehemaligen Heuziacher-Weg weiter taleinwärts. Auf knapp 1.940 Metern zweigt der Steig schließlich scharf nach links Richtung Durrachjöchl ab. Wer hier nicht aufmerksam ist, könnte die Abzweigung leicht übersehen.

Tolle Landschaft über dem Schragerbach
Tolle Landschaft oberhalb des Schragerbachs kurz nach der Abzweigung

Nun folgt der anspruchsvollste Teil der Wanderung. Der schmale Pfad quert in westlicher Richtung mehrere ausgesprochen steile Grasflanken. Technisch ist das bei trockenen Verhältnissen zwar nicht schwierig, ein Ausrutscher könnte an manchen Stellen aber ernsthafte Folgen haben. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind deshalb unbedingt notwendig. Bei Nässe würde ich von der Tour abraten.

Der Steig erreicht schließlich den leicht bewaldeten Südrücken des Durrachjöchls. Zwischen kleinen Lärchen und neben den Lawinenverbauungen (ab ca. 2.000 m) geht es nun in zahlreichen kurzen Kehren steil bergauf. Der Gipfel ist bereits zum Greifen nahe und die letzten Höhenmeter sind schnell geschafft.

Die letzten Meter hoch zum Durrachjöchl
Die letzten Meter hoch zum Durrachjöchl

Sonnenaufgang am Durrachjöchl

Als wir das große Metallkreuz (2.141 m) erreichten, trafen gerade die ersten Sonnenstrahlen auf den Gipfel. Und wir waren vollkommen alleine. Mehr kann man sich von einem frühen Bergmorgen nicht wünschen. Genau darum stellt man sich einen Wecker um 04:00 Uhr 🙂

Für seine überschaubare Höhe bietet das Durrachjöchl eine erstaunlich große Aussicht. Besonders eindrucksvoll fand ich den Blick zum Kleinen Kaserer, der vom Gipfel aus ziemlich mächtig über dem Kaserer Winkel thront. Dahinter taucht sogar der mächtige Olperer auf.

Thomas beim Gipfelkreuz des Durrachjöchls
Thomas beim Gipfelkreuz des Durrachjöchls

Das Durrachjöchl eignet sich nicht nur als eigenständige Halbtagestour, sondern auch hervorragend als Eingehtour vor größeren Unternehmungen – wir haben es zum Beispiel als Vorbereitung für den Kleinen Kaserer besucht. Die steilen Anstiege und abschüssigen Querungen zeigen schnell, wie wohl man sich auf schmalen Bergwegen fühlt. Gleichzeitig bleibt die Belastung mit rund 500 Höhenmetern gut überschaubar.

Abstieg auf dem Aufstiegsweg

Der Abstieg erfolgt auf demselben Weg zurück nach Obern. Zunächst geht es zwischen den Lawinenverbauungen bergab, danach folgt erneut die Querung der steilen Grasflanken. Gerade hier ist beim Abstieg noch einmal volle Konzentration gefragt.

Querung am Weg zum Durrachjöchl
Bei der abschüssigen Querung muss man auch beim Abstieg aufpassen

Anschließend folgt man dem Heuziacher-Weg durch das Tal des Schragerbachs und über die bekannten Wiesenwege zurück zu den Bauernhöfen. Direkt entlang dieser Variante gibt es keine Einkehrmöglichkeit.

Alternative: Rundtour durch das Kluppental

Wer die Wanderung verlängern und eine abwechslungsreiche Runde daraus machen möchte, kann vom Durrachjöchl über den Kamm ins Kluppental absteigen. Ich selbst bin diese Variante nicht gegangen, sie bietet sich bei trockenen Sommerverhältnissen aber als landschaftlich schöne Alternative an.

Der wunderschöne Grat des Durrachjöchls
Der wunderschöne Grat des Durrachjöchls; links geht’s ins Kluppental

Vom Gipfel folgt man dem schmalen Kamm Richtung Osten. Nach einem kurzen Abstieg führt der Weg über eine Mulde auf den benachbarten Bergrücken und mit einem kleinen Gegenanstieg zum höchsten Punkt der Runde auf knapp 2.200 Metern. Anschließend zweigt ein steiler und stellenweise etwas ausgesetzter Steig hinunter ins Kluppental ab. Im Talboden folgt man dem Weg zurück nach Obern. Diese Variante verlängert die Tour um überschaubare 1,6 Kilometer und 40 Höhenmeter.

Fazit zur Wanderung auf das Durrachjöchl

Das Durrachjöchl ist ein kleiner Gipfel mit überraschend großer Aussicht. Die kurze Distanz macht die Wanderung zu einem idealen Halbtagesprogramm, gleichzeitig sorgen die steilen Hänge und schmalen Querungen dafür, dass sie sich wie eine richtige Bergwanderung anfühlt.

Bei mir am Berg immer mit dabei: Meine Guardian Apex Jacket
Am Gipfel des Durrachjöchls

Besonders schön ist der Weg ab dem Tal des Schragerbachs. Den Höhepunkt bildet aber der Gipfel mit dem fantastischen Blick über das hintere Schmirntal und hinüber zum Kleinen Kaserer. Bei Sonnenaufgang und vollkommen alleine war die Stimmung dort oben für mich kaum zu übertreffen. Wer trockene Verhältnisse erwischt, trittsicher ist und sich auf abschüssigen Graswegen wohlfühlt, findet hier eine kurze, abwechslungsreiche Tour. Als Vorbereitung auf höhere Berge eignet sie sich ebenfalls bestens.

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