Höllentalklamm: Spektakuläre Wanderung ab Hammersbach

Durch die wilde Schlucht am Fuß der Zugspitze

Die Höllentalklamm bei Grainau zählt zu den beeindruckendsten Klammen Deutschlands. Vom Parkplatz in Hammersbach führt die Wanderung zunächst durch den Wald und anschließend über Stege, Treppen und beleuchtete Felstunnel durch die enge Schlucht. Wer trittsicher und schwindelfrei ist, kann für den Rückweg den deutlich anspruchsvolleren Stangensteig wählen.

Ich habe bei meiner Besteigung der Zugspitze die Höllentalklamm durchquert. Weil mir die Klamm so gut gefallen hat, möchte ich ihr einen eigenen Tourentipp widmen 🙂

Toureninfos Höllentalklamm

Tourenbeschreibung Höllentalklamm

Die Wanderung beginnt am gebührenpflichtigen Wanderparkplatz P2 in Hammersbach (760 m), einem Ortsteil von Grainau. Von hier folgt man der Beschilderung in Richtung Höllentalklamm. Schon bald führt der Weg aus dem Ort hinaus, am Hammersbach entlang und hinein in den Wald. Den Zustieg zur Klamm sollte man konditionell nicht unterschätzen: Bis zur Eingangshütte sind bereits rund 300 Höhenmeter zu überwinden.

Der einfache Wanderweg zum Beginn der Höllentalklamm
Der einfache Wanderweg zum Beginn der Höllentalklamm

Der Weg ist stellenweise steil, bleibt aber technisch unkompliziert. Anfangs plätschert der Hammersbach noch vergleichsweise harmlos neben dem Wanderweg dahin. Je weiter man ins Höllental hineinkommt, desto steiler ragen die bewaldeten und felsigen Hänge zu beiden Seiten empor. Nach etwa einer bis eineinhalb Stunden erreicht man die Höllentaleingangshütte (1.045 m).

Hier wird der Eintritt für die Klamm bezahlt. Rund um die Hütte lohnt sich außerdem ein kurzer Abstecher ins kleine Höllental-Museum, das sich mit der Erschließung der Schlucht, dem früheren Bergbau im Höllental und der Nutzung der Wasserkraft beschäftigt. Der Museumsbesuch ist im Eintrittspreis enthalten.

Durch die Höllentalklamm

Hinter der Eingangshütte beginnt der spektakulärste Abschnitt der Wanderung. Auf einer Länge von ungefähr einem Kilometer führt der Weg tief hinein in die enge Schlucht. Dabei geht es über Stege, Brücken und Felstreppen, immer wieder aber auch durch Tunnel und Galerien, die direkt in den Fels geschlagen wurden.

Der Hammersbach rauscht mit voller Kraft durch die enge Klamm. Wasserfälle stürzen über die Felsen, Gischt zieht durch die Schlucht und von den Wänden tropft es fast ständig herunter. Wer nicht nass werden möchte, sollte also auch an sonnigen Hochsommertagen eine Regenjacke in den Rucksack packen. Gleichzeitig bleibt es zwischen den hohen Felswänden angenehm kühl – gerade an heißen Tagen macht das die Wanderung besonders reizvoll.

Wanderer in der Höllentalklamm
Die Höllentalklamm ist immer gut gesichert

Der Weg ist über die gesamte Strecke bestens ausgebaut und mit Geländern gesichert. Durch die dauerhafte Feuchtigkeit können Steine, Stufen und Metallstege allerdings rutschig sein. Feste Wanderschuhe sind deshalb absolut empfehlenswert!

Für Kinder ist die Wanderung ein echtes Abenteuer. Mit Kinderwagen, Fahrrad oder Rollstuhl lässt sich die Höllentalklamm jedoch nicht durchqueren. Etwas Trittsicherheit sollten die Kinder besonders für die rutschigen Passagen allerdings mitbringen.

Am Ende der Höllentalklamm angekommen
Am Ende der Höllentalklamm angekommen

Am oberen Ende der Klamm auf rund 1.260 Metern wird das Tal langsam wieder weiter und ruhiger. Der wildeste Abschnitt liegt nun hinter einem, der Wanderweg führt aber noch deutlich tiefer ins Höllental hinein.

Lohnt sich der Weiterweg zur Höllentalangerhütte?

Wer noch ausreichend Zeit und Kondition hat, kann die Wanderung bis zur Höllentalangerhütte (1.387 m) verlängern. Hinter der Klamm führt der Weg durch das zunehmend offene Höllental bis in einen weiten Talkessel am Fuß von Waxenstein, Riffelwänden und Zugspitze.

Für einen Besuch der Höllentalklamm ist der Weiterweg zur Hütte allerdings kein Muss. Schon die Kombination aus Waldzustieg und kompletter Durchquerung der Schlucht ergibt eine abwechslungsreiche Halbtagestour. Wer sich auf die Klamm konzentrieren möchte, dreht am oberen Ausgang um und wandert auf demselben Weg zurück nach Hammersbach.

Optional: Abstieg über den Stangensteig

Deutlich abwechslungsreicher wird die Tour, wenn man für den Rückweg den Stangensteig wählt. Der historische Steig verläuft hoch über der Höllentalklamm und entstand im Zusammenhang mit dem früheren Bergbau im Höllental. Zu den eindrucksvollsten Abschnitten zählt eine Eisenbrücke mit tiefem Blick hinunter in die Schlucht.

Wandern in den Alpen vom wunderschönen Höllental über den Stangensteig

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Man sollte den Stangensteig allerdings nicht unterschätzen: Der Weg ist schmal, stellenweise geröllig und führt durch steile, absturzgefährdete Hänge. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind Voraussetzung. Mit kleinen Kindern oder bei Nässe ist der Rückweg durch die Klamm die bessere Wahl.

Fazit

Die Höllentalklamm ist nicht umsonst eine der beliebtesten Wanderungen der Region und weit mehr als „nur“ der Zustieg zur Höllentalangerhütte. Sie ist auch als eigenständiges Ziel einen Besuch wert! Schon der Weg von Hammersbach vermittelt echtes Bergwandergefühl, bevor es auf spektakulär angelegten Steigen mitten hinein in die enge, wilde und fast ständig nasse Felswelt geht.

Höllentalklamm
Ich habe mich in die wilde Schönheit der Klamm verliebt

Wer es technisch unkompliziert halten möchte, wandert durch die Klamm wieder zurück. Über den Stangensteig lässt sich die Tour zu einer deutlich anspruchsvolleren Runde erweitern, die zusätzlich eindrucksvolle Tiefblicke bietet.

Infos zur Höllentalklamnm

  • Öffnungszeiten: Die Höllentalklamm ist ausschließlich in der schneefreien Jahreszeit geöffnet. Je nach Schnee- und Wetterlage beginnt die Saison ungefähr zwischen Mitte Mai und Anfang Juni und endet meist Mitte Oktober (hier könnt ihr checken, ob die Klamm aktuell geöffnet hat). Während dieser Zeit ist der Durchgang grundsätzlich rund um die Uhr möglich. Im Winter ist die Klamm wegen Lawinengefahr gesperrt.
  • Preis: Die Höllentalklamm ist kostenpflichtig. Mitglieder des Deutschen Alpenvereins und Kinder zahlen weniger; Kinder bis sechs Jahre sind gratis. Die aktuellen Preise findet ihr hier.
  • Ausrüstung: In der Höllentalklamm ist es selbst im Sommer kühl, feucht und stellenweise rutschig. Neben festen Schuhen gehören deshalb eine Regenjacke und eine wärmende Schicht zur sinnvollen Grundausstattung. Hunde dürfen angeleint durch die Klamm geführt werden.
  • Öffentliche Anreise: Von Garmisch-Partenkirchen fährt die Bayerische Zugspitzbahn in knapp 15 Minuten nach Hammersbach. Alternativ lässt sich der Ort mit dem Eibseebus erreichen. Vom Haltepunkt Hammersbach sind es nur wenige Minuten zu Fuß bis zum Beginn des Wanderwegs.

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