Die Wanderung über Schober und Frauenkopf ist ein kurzer, aber knackiger Klassiker im Salzkammergut, den viele Einheimische gerne mal als Feierabendtour machen. Ich habe mir etwas mehr Zeit genommen und nach der Überschreitung noch die Ruine Wartenfels besichtigt.
Toureninfos Schober Frauenkopf
- Lage: Österreich / Salzburg / Salzkammergut-Berge
- Ausgangspunkt: Wanderparkplatz Wartenfels
- Höhenmeter & Distanz: 460 hm | 3 km
- Höchster Punkt: 1.328 Meter
- Schwierigkeit gemäß SAC-Wanderskala: Anspruchsvolle Bergwanderung (T3)
- Schlüsselstelle: der steile Gipfelaufbau des Schobers
- Gemacht im: Juli 2025
- Link zum Selberplanen: alpenvereinaktiv
Bevor wir mit der Tourenbeschreibung starten: Ich bin die Runde im Uhrzeigersinn gegangen. Warum? So erwischt man den drahtseilgesicherten Gipfelaufbau des Schobers im Aufstieg – und das macht diesen Abschnitt deutlich angenehmer und einfacher zu gehen.
Tourenbeschreibung Überschreitung
Ausgangspunkt der kürzesten Variante der Schober-Frauenkopf-Überschreitung ist der Wanderparkplatz Wartenfels (915 m). Wer bereits im Ort Fuschl losmarschiert, verlängert die Tour um etwa 5 Kilometer und 300 Höhenmeter. Beim Forsthaus Wartenfels (925 m), das etwas oberhalb des Parkplatzes liegt, treffen sich die Wege. Hier taucht man in den dichten Wald des Schobers ein – der erste Abschnitt bis zur Ruine Wartenfels (1.000 m) verläuft breit und technisch einfach.
Ein markanter Wegweiser kündigt den Beginn des Steigs an. Ab hier geht es in unzähligen Kehren und über viele Stufen steil bergauf. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind immer wieder gefragt. Besonders bei Nässe wird es schnell rutschig – und dadurch deutlich anspruchsvoller. Generell würde ich die Tour bei Regen eher meiden, denn im oberen Bereich folgen steile, drahtseilgesicherte Passagen. Das letzte Stück zum Schober-Gipfel ist schließlich komplett mit Seilen versehen – ausgesetzt, aber gut zu meistern, wenn man trittsicher ist.
Oben angekommen, wird man belohnt: Das kleine Gipfelplateau bietet eine fantastische Aussicht – mit freiem Blick auf gleich sieben Seen. Fuschlsee, Mondsee, Attersee, Wallersee, Irrsee, Mattsee und Obertrumer See liegen dem Schober zu Füßen. Ebenfalls beeindruckend ist der Weg hinüber zur legendären Drachenwand – berühmt berüchtigt durch den Drachenwand Klettersteig.
Weiter geht es mit einer kurzen Klettereinlage hinunter zur Schoberhütte. Von dort quert man südwärts landschaftlich wunderschön zum Gipfel des Frauenkopfs (1.304 m). Auch dieser Gipfel glänzt mit postkartenreifen Ausblicken ins Salzkammergut und hinüber zum mächtigen Schafberg.
Ohne Drahtseile, aber nicht weniger steil, führt von dort der Pfad wieder über viele Stufen und steile Abschnitte hinunter. Ein paar rutschige Abschnitte mit Schotter wollen ebenfalls überwunden werden. Unterm Strich ist der Abstieg vom Frauenkopf aber dennoch die einfachere Variante – darf aber trotzdem keinesfalls unterschätzt werden, auch wenn die Wege auf der kompletten Runde perfekt gewartet und in bestem Zustand sind.
Unten angekommen, gelangt man auf eine Forststraße, die zurück zum Forsthaus Wartenfels und dem Parkplatz führt.
Die Ruine Wartenfels
Wer noch ein wenig Zeit übrig hat, sollte sich die Ruine Wartenfels nicht entgehen lassen. Seit dem 13. Jahrhundert thront sie über dem Fuschlsee und ist überraschend gut erhalten. Ein kurzer Abstecher, der sich allein schon für den Ausblick lohnt.
Fazit
Nicht umsonst zählt die Überschreitung des Duos zu den besonders beliebten Wanderungen im Salzkammergut. Sowohl Frauenkopf als auch Schober bieten großartige Ausblicke, fordern aber auch Respekt – ausgesetzte, drahtseilgesicherte Passagen verlangen absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Unerfahrene Wanderer sollten diese Tour deshalb besser auslassen.
Aber keine Sorge: Das Salzkammergut hält viele andere, anfängerfreundliche Gipfel bereit – etwa die Bleckwand oder den Schafberg, die sich gemütlich erwandern lassen. Dass man ausgerechnet in so einen „kleinen“ Berg wie den Schober so viel Liebe und Arbeit in die Wegerhaltung steckt, überrascht fast – ist aber umso schöner für uns. Denn so wird diese Runde zu einem echten Gustostückerl für zwischendurch. Vorausgesetzt, das Wetter spielt mit.
