Sonnjoch (2.457 m): Wanderung von der Gramaialm

Absolute Traumtour im Karwendel

Der Normalweg auf das Sonnjoch ist eine der schönsten Wanderungen, die ich bis jetzt machen durfte. Die Schönheit im Karwendel bietet einfach alles, was ich mir für eine Bergtour wie diese wünsche: atemberaubende Aus- und Tiefblicke, eine gemütliche Einkehrmöglichkeit und eine ideale Länge.

Toureninfos

Tourenbeschreibung der Wanderung auf das Sonnjoch

Es müssen nicht immer Dreitausender sein. Auch die niedrigeren Berge können einen verzaubern. Das Karwendel im Allgemeinen und das Sonnjoch im Speziellen sind zwei eindrucksvolle Beweise dafür.

Auf zur Gramaialm

Startpunkt der Tour ist die Gramaialm, die übrigens ein wirklich tolles Hotel ist. Vom großen Parkplatz aus geht es zunächst (noch!) eben Richtung Talschluss, bis der Weg rechts Richtung Sonnjoch abzweigt. 

Gramai Alm bei Sonnenaufgang
Morgenstimmung auf der Gramai Alm

Rekordverdächtig steil geht es die ersten 500 Höhenmeter zur idyllisch gelegenen Gramaialm-Hochleger (1.756 m). Zum Glück sind wir sehr früh aufgebrochen, sodass weite Strecken noch im Schatten lagen. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie sehr man hier ins Schwitzen gerät, wenn sich die Sonne über die umliegenden Felswände erhebt. 

Nach einer guten Sunde erreichten wir auch schon die Gramaialm-Hochleger. Auf dem Hochplateau angekommen, flacht der Weg etwas ab und mit jedem Höhenmeter sieht man tiefer ins Karwendel. Hier beginnt wahrlich der schönste Teil der Tour, auf dem ich gefühlt alle hundert Meter „Wie schön ist das denn bitte?“ seufzen musste. 

Die Gramaialm-Hochleger
Die Gramaialm-Hochleger

Weiter zum Sonnjoch Gipfel

Nachdem man die Almwiesen hinter sich gelassen hat, ändert sich der Charakter der Tour. Der Weg wird zu einem schottrig-steinigen Pfad, der wieder etwas steiler wird und sich in Serpentinen hochschlängelt. Auf ihm gelangt man schließlich über den Westrücken und weiter über den Grat zum Gipfel des Sonnjochs.

Technisch ist die Tour nie wirklich schwer, lediglich im oberen Teil am Grat wird sie stellenweise ein wenig ausgesetzt. Trittsichere und schwindelfreie Bergwanderer werden damit aber kein Problem haben und – ganz im Gegenteil – diesen Abschnitt besonders genießen.

Am Gipfel angekommen eröffnet sich ein fantastisches 360-Grad-Panorama: vom Achensee über das Rofen und das umliegende Karwendel bis hin zu den mächtigen Dreitausendern der Hohen Tauern. Wir hatten mit dem Wetter echtes Glück und wurden mit einer guten Fernsicht belohnt. Schöner hätte es kaum sein können.

Die letzten Meter zum Gipfelkreuz des Sonnjoch

Abstieg vom Gipfel

Nach einer ausgiebigen Rast am Gipfel machten wir uns an den Abstieg. Das Sonnjoch kann übrigens auch überschreitet werden – der Weg über die Ostseite ist aber deutlich anspruchsvoller, ausgesetzter und hat einige Kletterstellen. Wir stiegen über den Aufstiegsweg ab, der vor allem im unteren, steilen Teil unseren Knien noch einmal einiges abverlangte. Zum Glück waren die nach einer Einkehr mit herrlicher Brettljausn in der Gramaialm-Hochleger fit für die letzten Meter.

Fazit

Das Sonnjoch ist ein echter Traumberg. Egal ob man seinen Gipfel mit einer technisch einfachen Wanderung von der West-, mit einer äußerst anspruchsvollen Mehrseillängen-Tour von der Ost- oder einer Wanderkraxelei von der Nordseite aus besteigt: Das Panorama, das man am Gipfel geboten bekommt, ist jede Anstrengung wert. Ich persönlich habe mich an diesem Tag in das schroffe Karwendel verliebt und eine Durchschreitung des Gebirges bereits auf meine Wunschliste gesetzt.

Ich kann den Gipfel wirklich jedem ambitionierten Wanderfreund ans Herz legen, die Tour zählt für mich eindeutig zu den schönsten Wanderungen in Österreich.

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