Seckauer Zinken (2.397 m): Wanderung ab der Steinmühle

Durch den Zinkengraben zum Gipfel und über den Südrücken zurück

Die Rundtour auf den Seckauer Zinken in der Steiermark verbindet einen überraschend abwechslungsreichen Waldanstieg mit weiten Bergwiesen und einem großartigen Gipfelblick. Bei meiner Wanderung Ende September lag oben schon ein Hauch Winter über der Landschaft. Besser geht’s nicht!

Toureninfos

Tourenbeschreibung der Wanderung auf den Seckauer Zinken

In der Nacht vor meiner Wanderung hatte eine durchziehende Front eine dünne Neuschneeauflage auf den höheren Bergen hinterlassen. Im Tal war es noch spätsommerlich, weiter oben leuchteten die herbstlichen Hänge und am Gipfel warteten die ersten Spuren des Winters. Für jemanden wie mich, der solche Kontraste liebt, war das ein ziemlicher Glücksfall.

Von der Steinmühle durch den Zinkengraben

Ausgangspunkt der Wanderung ist der Gasthof Steinmühle (928 m). Von hier folgt man dem markierten Wanderweg in den Zinkengraben. Der führt entlang des Zinkenbachs, vorbei an einem Forsthaus und relative lange durch den Wald bergauf. Normalerweise werde ich bei langen Waldanstiegen irgendwann ungeduldig. Hier blieb es für mich erstaunlich kurzweilig. Kleine Brücken führen immer wieder über den Bach, dazwischen öffnen sich schöne Einblicke in den Wald.

Dazu kamen die unterschiedlichsten Pilze am Wegesrand. Ich kenne mich damit leider kaum aus, zum Anschauen und Fotografieren fand ich sie aber großartig. Für Schwammerl-Freunde dürfte dieser Wald im Herbst besonders spannend sein.

Achtung: Auf den Brücken ist bei Nässe Vorsicht geboten. Die Holzflächen waren stellenweise ausgesprochen rutschig. Gerade im feuchten Herbstwald sollte man dort aufmerksam gehen.

Richtung Goldlacke und hinaus aus dem Wald

Bei einer markanten Weggabelung (1.394 m) hält man sich rechts Richtung Goldlacke. Nach einem kurzen Abschnitt auf der Forststraße führt die Markierung wieder in den Wald. Mit zunehmender Höhe werden die Bäume lichter, bis man schließlich über Wiesen und zwischen Latschen stets nordwärts weiter aufsteigt.

Oberhalb der Waldgrenze begann für mich das große Farbenspiel. Vor mir lagen braune, orange und rote Hänge, dazwischen das satte Grün der Nadelbäume und Latschen. Dahinter leuchteten die frisch angezuckerten Gipfel. Eine Herbstwanderung wie aus dem Bilderbuch.

Besonders markant steht der Hämmerkogel vor einem, auf den man geradewegs zusteuert. Mit dem weichen Vormittagslicht und den langen Schatten war dieser Abschnitt für mich einer der schönsten der ganzen Runde.

Weiter auf den Seckauer Zinken

Noch bevor man die Goldlacke auf 1.958 Metern erreicht, zweigt der markierte Anstieg zum Seckauer Zinken ab. Wer den See aus der Nähe sehen möchte, kann einen Abstecher ans Ufer einplanen. Ich ging direkt Richtung Gipfel weiter und konnte die Goldlacke später gut von oben sehen.

Der Weg führt in einer weiten S-Kurve durch die offene Nordflanke und anschließend über den Bergrücken zum Gipfel. Dabei sind ein paar steilere Abschnitte zu überwinden, bevor man den oberen Gipfelbereich erreicht. Der Steig bleibt dabei stets technisch einfach.

Mit jedem Höhenmeter wurde es winterlicher. Zunächst lag nur stellenweise etwas Schnee, weiter oben verschwanden die bunten Hänge unter einer dünnen weißen Decke. Auf einer einzigen Wanderung vom spätsommerlichen Tal durch die Herbstfarben bis zu den ersten Spuren des Winters zu gelangen, war schon etwas Besonderes.

Am Gipfel des Seckauer Zinkens

Am Gipfel (2.397 m) angekommen, wartet der Blick über die umliegenden Seckauer Tauern und nach Süden ins Aichfeld. Bei meinem Besuch waren Teile der Berglandschaft wolkenverhangen. Zusammen mit dem frischen Schnee ergab das eine wunderschöne Stimmung.

Die leicht verschneiten Berge rund um den Gipfel waren die passende Krönung des Aufstiegs. Besonders schön fand ich den Blick hinüber zum Hämmerkogel und zur Schwaigerhöhe. Unten die Herbstfarben, oben der erste Schnee – diesen Kontrast hätte ich mir kaum besser wünschen können.

Trotz seiner gutmütigen Anstiege hat der Seckauer Zinken auch eine schroffe Seite: Nach Norden fällt er steil in den Gottstalkessel ab. Rund um den Gipfel sollte man entsprechend auf dem Weg bleiben und Abstand zu den Abbruchkanten halten.

Abstieg über den markierten Südrücken

Für den Abstieg wählte ich den Steig über den Südrücken. Vom Gipfel geht es über die weiten Wiesenhänge der Südseite bergab, später wieder in die Latschen- und Waldzone.

Landschaftlich war dieser Abschnitt noch einmal ein Traum. Die Vegetation leuchtete stellenweise feuerrot, dazwischen standen dunkelgrüne Nadelbäume und im Hintergrund präsentierten sich die leicht verschneiten Gipfel. Es lohnte sich, immer wieder stehen zu bleiben und zurückzuschauen.

Feuerrote Hänge, sattgrüne Bäume und hinten die angezuckerten Gipfel
Feuerrote Hänge, sattgrüne Bäume und hinten die angezuckerten Gipfel: Das ist für mich Herbst

Der Abstieg ist ein ordentlicher Wadlbeißer: Über mehrere hundert Höhenmeter geht es in ziemlich direkter Linie nach unten. Nach dem langen Aufstieg machte sich das in den Beinen und auch in den Knien bemerkbar. Für diesen Abschnitt sollte man sich genug Kraft aufheben. Technisch bleibt der Weg einfach, muskulär war er trotzdem fordernd. Wanderstöcke können hier angenehm sein, vor allem wenn man bei langen Abstiegen empfindliche Knie hat.

Ist der steile Teil geschafft, wird es wieder gemütlicher. Zurück auf dem bekannten Weg folgt man dem Zinkengraben talauswärts bis zur Steinmühle.

Fazit zur Wanderung auf den Seckauer Zinken

Der Seckauer Zinken hat mir vom Wald am Zinkenbach bis zum Gipfel unglaublich gut gefallen. Besonders im Herbst fand ich die Mischung aus dunklem Grün, leuchtenden Wiesenhängen und den ersten Spuren des Winters wunderschön. Der Abstieg über den Südrücken ergänzte den Aufstieg Richtung Goldlacke zu einer abwechslungsreichen Runde.

Knapp 19 Kilometer und rund 1.500 Höhenmeter machen daraus allerdings einen ausgewachsenen Bergtag. Die technisch überwiegend einfachen Wege verlangen vor allem Ausdauer und genügend Reserven für den langen Abstieg. Wer das mitbringt, kann hier eine wunderbar vielseitige Seite der Seckauer Tauern kennenlernen.

Noch mehr Eindrücke und Tipps aus der Region findet ihr in meinem Beitrag über den Wanderherbst im Murtal.

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