Wir durften die wunderbare Region Saalfelden Leogang erkunden und haben vier Sommererlebnisse zwischen Bergsee, Familienabenteuer, Wasserfall und uriger Almhütte mitgebracht.
Meine beiden letzten Besuche in Saalfelden Leogang waren durchaus sportlich orientiert: Im August 2025 ging es auf das Birnhorn, den höchsten Gipfel der Leoganger Steinberge. Wenige Monate später nahm ich mit „The Challenge“ eine der längsten Skirunden der Alpen in Angriff. Dieses Mal wollten wir die wunderschöne Bergregion wieder von ihrer sanfteren und familienfreundlicheren Seite entdecken.
Herausgekommen ist eine bunte Mischung aus kleinen und größeren Bergerlebnissen: eine Abendrunde am Ritzensee, ein Tag voller Kinderlachen am Asitz, eine überraschend alpine Wanderung durch den Stoissengraben und ein herrliches Speckbrot mit Logenblick beim Lettlkaser.
Vier Erlebnisse, die unterschiedlicher kaum sein könnten – und trotzdem etwas gemeinsam haben: Die mächtigen Steinberge sind immer dabei. Manchmal als sportliches Ziel, diesmal vor allem als wunderschöne Kulisse.
Ritzensee: Abendrunde mit Bademöglichkeit

Wir haben den knapp zwei Kilometer langen Rundweg um den Ritzensee bewusst am Abend unternommen – und wurden mit wunderbarem Licht belohnt. Zwischen Wiesen, kleinen Waldstücken und dem See eröffnen sich immer neue Blicke auf das Steinerne Meer, das sich gemeinsam mit dem Abendhimmel im Wasser spiegelt. Ein ziemlich perfekter Ort, um den Tag langsam ausklingen zu lassen.
Gut zu wissen: Die Ritzensee-Rundwanderung ist knapp zwei Kilometer lang, technisch einfach und in rund 30 Minuten zu schaffen. Mit Fotostopps, kleinen Entdeckungen am Ufer und einer Badepause darf es aber gerne deutlich länger dauern.
Nach unserer Wanderung zur Lettlkaser Hütte kamen wir übrigens noch einmal mit Badesachen zurück. Denn auch zum Abkühlen – ob im Strandbad oder an den Naturbadeplätzen – ist der Ritzensee eine hervorragende Wahl. Für uns gehört der Ritzensee ab sofort fix zu einem Sommertag in Saalfelden 🙂.
Asitz: Stille Wasser und Kinderlachen

Dass unsere Tochter Gondelfahren liebt, ist inzwischen kein Geheimnis mehr. Entsprechend groß war die Freude, als uns die Asitzbahn zur Mittelstation des Bergs der Sinne brachte. Oben warteten zwei Orte auf uns, die gegensätzlicher kaum sein könnten: hier die ruhigen Stillen Wasser, dort der lebhafte Sinne Park.
Unser erster Weg führte zu den Stillen Wassern oberhalb der Mittelstation. Der kleine Speichersee liegt malerisch vor den Leoganger Steinbergen und ist von Ruheliegen, Aussichtspunkten, einer Kapelle und einem Kneippbereich umgeben.
Bei unserer besonderen Wolkenstimmung wirkte die Szenerie noch einmal intensiver: Aus dem Tal schoben sich immer wieder Nebelschwaden herauf, dunkle Wolken spiegelten sich im Wasser und dazwischen fielen immer wieder einzelne Lichtstrahlen auf die Berge. Für uns entfaltete dieser Ort diesmal eine ganz eigene Magie.
Nach der Ruhe am See ging es in den Sinne Park. An mehr als 30 Stationen können Kinder (und Erwachsene 😀 ) riechen, hören, fühlen, balancieren, experimentieren und mit Wasser spielen. Unsere Tochter legte sich diesmal auf kein einzelnes Highlight fest, sondern flitzte begeistert von einer Station zur nächsten. Der Sinne Park ist eben kein klassischer Spielplatz, den man nach zehn Minuten einmal umrundet hat – überall gibt es etwas Neues zu entdecken.
Irgendwann meldete sich dann doch der Hunger und wir kehrten noch in die nahe gelegenen Stöcklalm ein. Rund um die Alm stehen zahlreiche Kinderfahrzeuge bereit, außerdem gibt es einen Spielplatz. Während die Kids weiter ihre Runden drehen, können Eltern hier entspannt essen und trinken. Mit Kleinkind gleicht das fast schon Wellness 😃
Rund um die Asitz Mittelstation kann man problemlos einen ganzen Tag verbringen. Wer noch mehr entdecken oder höher hinaus möchte, fährt weiter zur Bergstation. Dort warten Leo’s Spielewanderweg, das Naturkino und die Wanderung auf den Großen Asitz, die wir bei einem früheren Besuch ausführlich erkundet haben und uneingeschränkt weiterempfehlen können.
Stoissengraben: Ein kleines Naturjuwel mit wildem Finale

Der Stoissengraben war die größte Überraschung unserer Reise. Vom Parkplatz führt zunächst ein breiter Schotterweg rund 2,3 Kilometer durch die teils schattige Schlucht. Der Buchweißbach begleitet einen dabei auf Schritt und Tritt und bietet zahlreiche Plätze, um die Füße ins eiskalte Wasser zu halten oder mit Kindern kleine Staumauern zu bauen. Bis hierher ist die Wanderung technisch einfach und auch mit einem geländegängigen Kinderwagen easy machbar.
Am Ende des Schotterwegs ändert sich der Charakter allerdings schlagartig. Der letzte Abschnitt zum Stoissen Wasserfall führt über den alpinen, teils ausgesetzten Wasserfallsteig mit Stahlseilen, Klammern, Leitern und kleinen Stegen. Für trittsichere Wandernde ist er ein abwechslungsreiches Vergnügen, bei Nässe sollte man ihn aber keinesfalls unterschätzen.
Wichtig: Der Wasserfallsteig ist kein Klettersteig. Für Kinder wird dennoch ein Klettersteigset empfohlen, um sie an bestimmten Stellen zusätzlich sichern zu können. Für Kleinkinder und eine Begehung mit Kraxe ist dieser Abschnitt meiner Meinung nach nicht geeignet. Familien können ihre Wanderung einfach vor dem alpinen Steig beenden – auch ohne Wasserfall ist der Stoissengraben ein lohnendes Ziel.
Wer den Steig bewältigt, wird mit einem beeindruckenden Finale belohnt: Der Stoissen Wasserfall fällt wie ein breiter Vorhang über die dunkle Felswand und verleiht dem Ort beinahe isländisches Flair. Über eine Leiter und eine kleine Brücke erreicht man ein außergewöhnliches Pausenplatzerl direkt neben dem Wasserfall.

Gut zu wissen: Bis zum Stoissen Wasserfall und zurück sind es etwa 6 Kilometer, rund 200 Höhenmeter wollen überwunden werden. Da es keine Einkehrmöglichkeit gibt, gehören Jause und Getränke in den Rucksack.
Lettlkaser Hütte: Speckbrot auf den Logenplätzen

Unsere zweite längere Wanderung führte vom Parkplatz Ullach hinauf zum Lettlkaser. Wer hier startet, wählt den kürzesten der möglichen Zustiege. Ganz geschenkt bekommt man die Hütteneinkehr trotzdem nicht: Rund 440 Höhenmeter liegen zwischen Parkplatz und Speckbrot.
Der Weg führt zunächst über schönes Almgelände, bevor er in den Wald eintaucht und schmäler wird. Wurzelige Abschnitte und kurze steilere Passagen sorgen für Abwechslung, technisch schwierig wird es aber nie. Mit wanderfreudigen Kindern beziehungsweise mit Kraxe ist die Tour gut machbar. Sobald sich der Wald lichtet, übernehmen Almwiesen und die Felsgipfel der Leoganger Steinberge die Hauptrolle.
Der Lettlkaser liegt auf rund 1.440 Metern an einem aussichtsreichen Hang. Besonders schön fanden wir die Sitzplätze neben der kleinen Hütte: Bänke und Tische sind stufenförmig direkt in den Wiesenhang gebaut. Fast wie kleine Logenplätze, von denen man über das Saalfeldener Becken und weit ins Tal blickt.
Dazu ein herrliches Speckbrot, die müden Beine unter dem Tisch und dieses Panorama vor der Nase – mehr braucht es für einen gelungenen Wandertag eigentlich nicht. Der Lettlkaser ist urig, unaufgeregt und gerade deshalb so gemütlich.
Wer nach der Einkehr noch Reserven hat, kann die Tour unter anderem in Richtung Plattenkopf oder Hainfeldscharte verlängern. Für uns war hier aber Schluss, denn wir wollten an dem Tag noch eine Schwimmrunde im Ritzensee drehen 😊.
Gut zu wissen: Bis zur Lettlkaser Hütte und zurück sind es rund 5,2 Kilometer und 440 Höhenmeter. Der Parkplatz kostet 2 Euro, die man in eine Spardose am Schranken einwerfen muss.
Fazit: Sanft kann ziemlich spektakulär sein
Saalfelden Leogang hat uns einmal mehr gezeigt, wie gut Kontraste harmonieren können. Nach den schroffen Felsbändern des Birnhorns und den endlosen Pistenkilometern von „The Challenge“ waren es diesmal die leiseren Erlebnisse, die in Erinnerung geblieben sind: das letzte Abendlicht am Ritzensee, kindliche Begeisterung im Sinne Park, der fächerförmige Wasserfall im Stoissengraben und ein Speckbrot mit Logenblick beim Lettlkaser ❤️.

Sanfter mit Familie unterwegs zu sein bedeutet hier nämlich nicht, auf eindrucksvolle Bergmomente zu verzichten. Man erlebt sie nur anders – mit mehr Zeit zum Staunen, Spielen, Abkühlen und Genießen.
Tipp: Mehr erleben mit der Saalfelden Leogang Card
Mit der Saalfelden Leogang Card sind im Sommer unter anderem täglich zwei Berg- und Talfahrten, unbegrenzter Eintritt in die Naturbadeanlage Ritzensee sowie freie Eintritte in ausgewählte Museen inkludiert. Die Gästekarte gibt es ausschließlich bei teilnehmenden Partnerbetrieben und kann nicht separat gekauft werden.

Spannend ist außerdem das ganzjährige Programm „365 Tage Aktiv & Kreativ“. Dazu gehören geführte Wanderungen, Naturerlebnisse, Kräuterworkshops und Angebote für Kinder. Mit der Saalfelden Leogang Card sind viele Programmpunkte günstiger oder kostenlos. Da meist eine Anmeldung erforderlich ist, schaut ihr am besten vorab in das aktuelle Wochenprogramm.
