Eggental: Schroffe Dolomiten-Dramatik und sanfte Bergmomente

Unterwegs auf dem Latemar.Panorama-Weg, der König Laurin Tour und am Karersee • Werbung

Mitte Juni haben Anna, Leni und ich ein paar Tage im Südtiroler Eggental verbracht. Warum wir uns in diese Region ziemlich schnell verliebt haben und welche zwei familienfreundliche Wanderungen sich besonders lohnen, erzählen wir euch in diesem Beitrag.

Das Eggental unweit der Landeshauptstadt Bozen ist eine wunderbare Region für alle, die mit ihren Kindern nicht nur im Tal spazieren, sondern eine echte Bergwelt erleben möchten. Eine Region, in der sanfte Almwiesen auf schroffe Dolomitenwände treffen. In der man große Berge erfahren kann, ohne dass der Tag zur Expedition werden muss. Und in der man abends nach einem langen Tag zwischen Rosengarten und Latemar zufrieden ins Bett fällt – während sich draußen ein typisches Sommergewitter über den Bergen entlädt und das Donnern den Tag gemütlich ausklingen lässt.

Latemar.Panorama Weg: Mit der Bergbahn mitten hinein ins Abenteuer

Die Bergwelt des Latemars
Die Bergwelt des Latemars weiß zu beeindrucken

Für Familien sind die Bergbahnen im Eggental ein echter Trumpf. Sie öffnen die Tür in eine Bergwelt, die mit Kindern sonst nur mühsam erreichbar wäre. Ohne Anstrengung schwebt man auf über 2.000 Meter und steht plötzlich vor diesen imposanten Felstürmen, Karen und Graten.

So startete auch unser erster Tag im Eggental nur wenige Meter von unserem Familienhotel Maria entfernt: mit der Bergbahn hinein in die Welt des Latemar-Massivs. Der Latemar.Panorama-Höhenweg stand auf dem Programm. Und der macht seinem Namen allerhöchste Ehre. Auf gut angelegten Wegen geht es unter den Felswänden des Latemar entlang, vorbei an der Aussichtsplattform Latemar.360°, kleinen Erlebnisstationen, Almen und immer wieder diesem großen Dolomitenblick. Auch wenn der Weg technisch einfach bleibt, fordert die Runde mit knapp acht Kilometern und über 400 Höhenmetern im Auf- und Abstieg Familien auf ganzer Linie – sowohl Kinder die selber gehen, als auch Eltern wie uns mit einer 16 Kilo schweren Kraxe am Rücken 😂

Als Einkehrtipp möchten wir euch die Zischgalm ans Herz legen. Von dem Südtiroler Knödeltris träume ich heute noch. Überhaupt hat uns das Eggental kulinarisch überzeugt: auf den Hütten, im Hotel und sogar direkt in den Lokalen bei den Bergstationen. Vieles wirkt hier liebevoll zubereitet, regional verwurzelt und wird mit einer ehrlichen Gastfreundschaft serviert.

König Laurin Tour: Auf den Spuren des Königs

Wanderin im Rosengarten
Schöner geht’s wohl kaum: der Rosengarten ist schon ein bezaubernder Ort

Am zweiten Tag führte uns die König Laurin Tour durch die sagenumwobene Welt des Rosengartens. Schon der Start bei der Laurins Lounge neben der Bergstation oberhalb von Welschnofen bietet großes Dolomitenkino. Man versteht sofort, warum sich so viele Geschichten um diese Berge ranken. 

Unterhalb der Felswände des Rosengartens führt der Weg von hier mit herrlichem Blick zum Latemar durch eine eindrucksvolle Steinlandschaft. Auch wenn die Wege bestens gewartet sind, verlangen sie stellenweise Trittsicherheit – besonders auf den etwas abschüssigen Abschnitten am Hirzelsteig.

Nach dem ersten Teil der Wanderung geht es mit dem Paolina Sessellift hinunter ins Tal, wo die zweite Hälfte der Runde verläuft. Deutlich gemütlicher geht es vorbei am Karersee zur Moseralm, von wo aus man mit einer Bahnkombination wieder zurück nach Welschnofen gelangt. Am Ende bietet sich noch einmal die Laurins Lounge zur Einkehr an. In Südtirols höchster Panoramalounge gibt es neben spektakulären Ausblicken fabelhafte Burger.

Trotz der vergleichsweise wenigen Höhenmeter ist die König Laurin Tour mit Kindern kein Spaziergang, sondern ein richtiger Dolomitentag. Über zehn Kilometer Wanderweg, mehrere Bahnfahrten und immer wieder Passagen, auf denen man mit Kind bewusst und aufmerksam unterwegs sein sollte, machen die Runde abwechslungsreich, aber auch durchaus tagesfüllend.

Karersee: Ein kleines Naturjuwel

Auch wenn wir ihn bei der König Laurin Tour schon streiften, wollten wir den Karersee einfach noch einmal besuchen – bei Windstille und bestem Fotolicht am Vormittag. Zu gut hat uns dieses Kleinod gefallen. Und da er direkt neben der Straße liegt, ließ sich das am Abreisetag mit unserem geplanten Bozen-Besuch einfach kombinieren. 

Der farbenprächtige Karersee
Der farbenprächtige Karersee

Dieses Wasser, diese Farben, die Spiegelung der Dolomiten – schöner könnte man es nicht zeichnen. Der Karersee ist zurecht eines der bekanntesten Naturjuwele der Region. Er wird von unterirdischen Quellen aus dem Latemar gespeist, seine Größe und Tiefe variieren je nach Jahreszeit und Wetter. Mitte Juni präsentierte sich der Regenbogensee, wie er auch genannt wird, für uns von seiner schönsten Seite.

Fazit: Familienfreundlich heißt nicht langweilig!

Wir haben uns in den landschaftlichen Kontrast des Eggentals verliebt. Unten sanfte Wiesen, Wälder und Almen. Darüber die hellen, zerklüfteten Wände von Rosengarten und Latemar – allesamt bestens mit Kindern erreichbar. Kaum irgendwo liegen liebliche Bergsommer-Idylle und schroffe Dolomiten-Dramatik so eng beieinander.

Der Latemar zieht immer wieder die Aufmerksamkeit auf sich
Wir haben uns in das vielfältige Eggental verliebt

Gleichzeitig wirkt die Region entspannter als viele andere Ecken in den Alpen. Natürlich ist man hier nicht allein unterwegs. Dafür sind die Dolomiten einfach zu schön. Und trotzdem hatte ich immer wieder das Gefühl, dass das Eggental immer noch ein kleiner Geheimtipp ist.

Was mir besonders gut gefallen hat: Familienfreundlich bedeutet im Eggental nicht flach oder „langweilig“. Statt kurzer Themenwege im Tal erlebt man hier als Familie echte Bergmomente. Besser geht’s kaum, wir kommen wieder!

Über mich

Griaß di!
Griaß di!
Ich heiße Daniel, bin Mitte 30 und liebe die Berge. Ich möchte dich mit Rauf und Davon für dein nächstes Bergabenteuer inspirieren und dir das nötige Know-how dafür mit auf den Weg geben. Dir gefallen meine Geschichten? Dann folge mir doch ☺️

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