Ich habe im Lauf des Sommers 2026 die 7mesh Guardian Apex und die 7mesh Northwoods getestet und dabei vor allem darauf geachtet, wo ihre jeweiligen Stärken liegen.
Interessant ist auch der Blick auf 7mesh selbst. Die Marke aus Squamish in British Columbia kommt ursprünglich aus der Radwelt. Mit der Guardian-Kollektion zeigt 7mesh, dass sie inzwischen auch im Bergsport angekommen ist.
Offenlegung: 7mesh hat mir die Jacken und die Hose zum Testen zur Verfügung gestellt. Für den Beitrag wurde ich nicht bezahlt und alles, was ich schreibe, ist meine ehrliche Meinung.
Guardian Apex: Wenn das Wetter ernst macht
Die Guardian Apex ist für Regen, Wind und Schneeschauer gemacht – also für genau jene Momente, in denen ein wasserabweisender Stoff nicht mehr ausreicht.
Technisch setzt die Jacke auf eine PFAS-freie GORE-TEX ePE-Membran, ein 40D-Nylon-Außenmaterial und ein recyceltes Innenfutter. Mit 310 Gramm in der Herren- und 280 Gramm in der Damenversion bleibt sie für eine voll ausgestattete Wetterschutzjacke angenehm leicht. Dazu kommen eine helmkompatible Kapuze, Unterarmbelüftungen, ein Zwei-Wege-Reißverschluss, handschuhfreundliche Bündchen und höher gesetzte Taschen.
Die Guardian Apex ist großzügig geschnitten und bietet genug Platz für eine wärmende Schicht. Ohne diese wirkt sie allerdings entsprechend weit. Die helmkompatible Kapuze macht die Jacke für Klettersteige, Skitouren und Hochtouren vielseitig einsetzbar.
Ich hatte die Guardian Apex unter anderem bei längeren Touren mit wechselhaftem Wetter dabei. Besonders praktisch fand ich die Unterarmbelüftungen, weil ich die Jacke dadurch auch im Aufstieg länger anlassen konnte.

Zugegeben: Die Guardian Apex ist kein Schnäppchen. Sie ist auch kein „für alle Fälle vielleicht einmal“-Teil, sondern eine Investition in echten Wetterschutz. Wer nur bei Schönwetter unterwegs ist, wird ihr Potenzial kaum ausschöpfen. Wer jedoch regelmäßig längere Bergtouren unternimmt und sich dabei nicht ausschließlich auf einen postkartenreifen Wetterbericht verlassen möchte, bekommt eine sehr gute Hardshell-Jacke.
Northwoods Jacket: Die Immer-dabei-Schicht
Die Northwoods ist für einen anderen Einsatz gedacht. Sie ist keine Schlechtwetterversicherung, sondern eine leichte Jacke, die kaum Platz benötigt und genau dann Gold wert ist, wenn der Wind kühler wird als erwartet.
Mit 167 Gramm in der Herren- und 150 Gramm in der Damenversion verschwindet sie fast unbemerkt im Rucksack. Das Material fühlt sich weich und luftig an, schützt vor Wind und lässt deutlich mehr Wärme und Feuchtigkeit entweichen als eine Hardshell. Die Jacke besitzt eine flache Kapuze und eine Reißverschlusstasche. Dank des StashSystems lässt sie sich klein verstauen und außen am Rucksack, am Gürtel oder am Rad befestigen.

Ihr Einsatzgebiet sind kühle Starts, windige Gipfelpausen, schnelle Wanderungen, Zustiege, Trailrunning und trockene Skitourenaufstiege. Bei schnellen Laufrunden und schweißtreibenden Aufstiegen habe ich die Northwoods deutlich lieber getragen als eine Hardshell.
Wichtig ist allerdings die richtige Einordnung: Die Northwoods ist keine Regenjacke. Leichter Niesel oder ein kurzer Schauer sind noch kein Drama, bei anhaltendem Regen würde ich mich jedoch nicht auf sie verlassen. Ihre Stärke spielt sie bei hoher Intensität aus: Sie bietet spürbaren Schutz vor Wind, ohne dass man darunter so schnell ins Schwitzen kommt wie unter einer klassischen Regenjacke.
Fazit: Welche Jacke für welchen Einsatz?
Die 7mesh Guardian Apex und die 7mesh Northwoods Jacket stehen nicht in Konkurrenz zueinander, sondern ergänzen sich. Entscheidend ist, welches Wetter und welche Tour bevorstehen.
Die Northwoods ist die bessere Wahl, wenn es trocken oder höchstens leicht feucht bleibt, man aber viel in Bewegung ist und Schutz vor Wind benötigt. Sie schließt genau jene Lücke, in der eine Hardshell oft zu viel und gar keine Jacke zu wenig ist.
Die Guardian Apex ist die richtige Wahl, wenn Regen, Schnee, starker Wind oder längere Pausen im Kalten realistisch sind. Also bei Touren, bei denen eine echte Hardshell nicht nur angenehm, sondern unter Umständen sicherheitsrelevant ist.
Wer regelmäßig bei unbeständigem Bergwetter unterwegs ist, sollte zur Guardian Apex greifen. Wer bereits eine Regenjacke besitzt und eine leichte, atmungsaktive Schicht für Wind, kühle Starts und schnelle Touren sucht, wird mit der Northwoods vermutlich öfter glücklich. Bei mir hat es die Guardian Apex dauerhaft in den Rucksack geschafft. Für schnelle Laufrunden liebe ich dagegen die Northwoods.
