Sesselliftfahren, Wasserspiele und ein kleines Gipfelkreuz: Anna, Leni und ich haben gemeinsam Annaberg in Niederösterreich erkundet. Wie familienfreundlich Nikis Alm-Abenteuer wirklich ist und wie unkompliziert das Sesselliftfahren mit Kleinkind klappt, erzählen wir euch in diesem Beitrag.
Mit Kleinkind verschieben sich die Prioritäten am Berg ein wenig. Sobald Leni mitkommt, zählen einfache Wege statt ausgesetzter Grate, Spielplätze statt vieler Höhenmeter und spannende Entdeckungen am Weg statt schwindelerregender Tiefblicke.

Unsere Entdeckungsreise mit den Freunden der Berge durch Niederösterreich startete deshalb in Annaberg. Anstelle von sportlichen Höchstleistungen standen diesmal die gemeinsamen Erlebnisse im Mittelpunkt. Und schon bald war klar: Ein erfüllender Tag am Berg braucht keine hochalpine Kulisse.
Sessellift mit Kleinkind? Viel chilliger als man glaubt!

Wer noch nie mit einem Kleinkind Sessellift gefahren ist, hat vielleicht ein wenig Respekt davor. Wie funktioniert das Einsteigen? Wohin mit Kraxe und Rucksack? Muss plötzlich alles besonders schnell gehen? Die gute Nachricht: Das Ganze ist viel unkomplizierter, als man glaubt – besonders in Annaberg.
Das Liftpersonal ist bestens auf Familien eingestellt, hilft beim Ein- und Aussteigen und nimmt sich die Zeit, die man mit kleinen Kindern manchmal braucht – selbst wenn dafür der Sessellift kurz angehalten werden muss.
Besonders praktisch fanden wir, dass Kraxe und Rucksack einfach mit dem nächsten Sessel nachgeschickt werden können. So hat man beide Hände frei und kann sich voll und ganz auf die Kleinen konzentrieren.
Gut zu wissen: Bei österreichischen Sesselliften gelten in der Regel besondere Beförderungsbestimmungen für Kinder. Kinder können sowohl auf dem Schoß einer Begleitperson als auch auf einem Sitz unmittelbar neben einen Erwachsenen befördert werden. Im Zweifel gilt immer: den Anweisungen des Liftpersonals folgen – sie wissen genau, was für den jeweiligen Lift vorgesehen ist.
Nikis Alm-Abenteuer: Hier ist der Weg das Ziel

Direkt an der Bergstation des 4er-Sessellifts Hennesteck beginnt Nikis Alm-Abenteuer. Begleitet von Fuchs Niki führt der Erlebnisweg über das Plateau rund um den Speichersee und zurück. Die Wanderung ist bewusst kurz gehalten – und gerade deshalb empfanden wir sie als äußerst angenehm. Leni hatte ausreichend Zeit zum Spielen und wir zum Durchatmen.
Genug zu tun gibt es trotzdem: Unterwegs warten zahlreiche Spiel- und Erlebnisstationen. Mal wird balanciert, mal geklettert, mal gerutscht. Und auch das Entdecken kommt nicht zu kurz. Liebevoll gestaltete Informationstafeln vermitteln spielerisch Wissen über die Flora und Fauna der Region. Gut gefallen hat uns das Lauscherbankerl – eine dieser kleinen, unscheinbaren Ideen, die Kinder (und Anna 😀 ) oft viel länger beschäftigen, als man zunächst vermuten würde.
Wer das Alm-Abenteuer noch interaktiver erleben möchte, kann an der Talstation ein Entdeckersackerl kaufen. Bei unserem Besuch steckten darin ein Rätselheft und ein paar Goodies. Anschließend geht es gemeinsam mit Fuchs Niki von Station zu Station, um Aufgaben zu lösen und Hinweise zu sammeln. Wer das Lösungswort herausfindet, darf sich bei der Anna-Alm über eine kleine Überraschung freuen. Für Kinder wird der Weg dadurch zur aufregenden Schatzsuche.
Die Strecke selbst ist nur rund 1,5 Kilometer lang. Mit den vielen Spielstationen, dem Entdeckersackerl und ausreichend Zeit zum Ausprobieren solltet ihr trotzdem gut zwei bis drei Stunden einplanen. Der breite Weg ist übrigens mit einem geländegängigen Kinderwagen gut machbar.
Speichersee: Wasser, Berge und ganz viel Zeit zum Spielen
Unser – und vor allem Lenis – persönliches Highlight bei Nikis Alm-Abenteuer war der Speichersee. Dort warten zwei Wasserspielplätze, darunter der Kraxl-Teich. Vor allem kleinere Kinder können hier ausgiebig spielen und planschen. An warmen Sommertagen eine willkommene Abkühlung.
Diese entschleunigende Atmosphäre haben wir genossen. Niemand musste schnell zum weit entfernten Gipfelziel hetzen. Stattdessen konnten wir hier einfach gemeinsam Zeit am Berg verbringen. Leni planschte im Wasser, während wir kurz durchatmeten und die Blicke zum Ötscher genießen konnten. Denn auch wenn Annaberg keine hochalpine Kulisse bietet, fühlt man sich mittendrin in Niederösterreichs Bergwelt.
Unser Tipp: Packt (besonders für kleinere Kinder) unbedingt Wechselgewand und ein Handtuch ein. Nach einem ausgiebigen Besuch im Wasserspielbereich bleibt vermutlich niemand komplett trocken 😀
Hennesteck: Für alle, die noch ein Gipfelkreuz sammeln möchten
Direkt beim Speichersee zweigt ein kurzer, steiler Steig zum Gipfelkreuz des Hennestecks ab. Mit dem Kinderwagen ist dieser Abschnitt nicht machbar. Auch mit Kraxe oder Kindern würden wir den Gipfel nur jenen empfehlen, die trittsicher unterwegs sind und sich in steilerem Gelände wohlfühlen. Oben wartet dafür ein schöner Blick zum Ötscher.
Gemütlicher Ausklang auf der Anna-Alm
Zurück an der Bergstation bietet sich die Anna-Alm für eine Einkehr an. Neben regionalen Schmankerln gibt es auch hier einen netten Spielplatz. Leni konnte also noch ein wenig durch die Gegend flitzen, während wir den Bergtag bei einem herrlichen Speckknödel ausklingen ließen.
Für größere Kinder und Erwachsene wartet in Annaberg zum Schluss noch ein besonderes Highlight: die Zipline ins Tal. Leni muss dafür zwar noch ein paar Jahre warten, begeistert zugeschaut hat sie aber jetzt schon.
Unser Fazit
Annaberg ist weniger ein Ziel für einen klassischen Wanderausflug, sondern ein Ort, an dem Familien einen entspannten Tag in den Bergen verbringen können. Der Erlebnisweg ist bewusst kurz gehalten. Spielstationen, Naturerlebnisse, Wasser zum Planschen, der optionale Abstecher zum Gipfelkreuz und eine gemütliche Einkehr füllen den Tag aber trotzdem stresslos.
Seid ihr mit kleineren Kindern unterwegs und sucht einen Berg, an dem nicht die Zahl der Höhenmeter, sondern die gemeinsame Zeit im Mittelpunkt steht, ist Annaberg eine richtig schöne Wahl. Wir kommen wieder!
Tipp: Die Freunde-der-Berge-Karte
Wer die niederösterreichischen Bergbahnen Annaberger Lifte, Ötscherlifte, Hochkar Bergbahnen oder die Erlebnisalm Mönichkirchen öfter besuchen möchte, sollte sich die Freunde-der-Berge-Karte einmal ansehen.

Sommer- und Wintertickets lassen sich damit bereits vor dem Ausflug online aufladen – immer günstiger als direkt an der Kassa. Zusätzlich profitieren Mitglieder von verschiedenen Vergünstigungen und exklusiven Angeboten bei den vier Bergbahnen und ausgewählten Partnerbetrieben.
