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Traunstein über den Südwestgrat

Ausgesetzte und wunderschöne Gratkletterei

Im Juni habe ich mit Andi und Paze ein Wochenende im Salzkammergut verbracht und nach einem Aufwärmtag an der Drachenwand den Traunstein über den Südwestgrat bestiegen. Eine wunderschöne Gratkletterei!

  • Ausgangspunkt: Parkplatz Traunstein
  • Tourdaten: 1.450 hm | 8 km
  • Höchster Punkt: 1.691 Meter
  • Schwierigkeit: Einfache aber sehr ausgesetzte Klettertour (3+)
  • Datum der Tour: 02.06.2019
  • Link zum Selberplanen: via-ferrata.de | Topografie

Nach einem 30-minütigen Zustieg über den Naturfreundesteig biegt man vom Hauptpfad ab und ist plötzlich beinahe alleine unterwegs – hier und da trifft man eine Seilschaft. Im Vergleich zum Vortag auf der überlaufenen Drachenwand war diese Einsamkeit eine durchaus willkommene Abwechslung.

Die Einstiegsroute zum SW-Grat ist der sogenannte Gmundnerweg. Eine sehr schöne Kletterei mit löchrigen Platten, die man in rund einer Stunde gut bewältigen kann. Nach vier Seillängen führt ein rund 120 Meter langes Gehgelände zum eigentlichen Südwestgrat. Der Einstieg wird von einem Riesenborhaken markiert – nicht zu übersehen.

Für den doch eher niedrigen Schwierigkeitsgrad (3+) ist die Kraxelei am SW-Grat extrem ausgesetzt und an gewissen Stellen geht es links und rechts ein paar Hundert Meter runter. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind hier oberstes Gebot und ich war froh, dass Paze den Vorstieg übernommen hat.

Leider haben wir etwas länger gebraucht als gedacht – wir waren zum ersten Mal als Dreierseilschaft unterwegs – und haben darum den Gipfel des Traunsteins (der vom Ausstieg der Kletterei noch einmal gemütliche eineinhalb bis zwei Stunden entfernt ist) ausgelassen und sind nach den elf Seillängen direkt wieder abgestiegen. Es war aber niemand traurig, denn das gerade Erlebte war die Anreise wert – inklusive einem Badestopp im noch sehr kalten Traunsee.

Der Südwestgrat ist für Fans von Gratklettereien ein Muss! Man darf die Tour aber auf keinen Fall unterschätzen. Sie ist sehr lang und stellenweise wirklich ausgesetzt. Wenn man jedoch die nötigen Voraussetzungen mitbringt, ist die Klettertour ein Abenteuer, das man bestimmt nicht so schnell vergessen wird.

PS: Ich empfehle die Mitnahme von ein paar mobilen Sicherungsgeräten, da gewisse Stellen (vor allem im oberen Teil) nicht besonders gut abgesichert sind.

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