Weißer Knoten (2.878 m): Skitour vom Lucknerhaus

Parade-Skitour mit Großglocknerblick

Der Weiße Knoten reiht sich nahtlos in die Liste der lohnenden Skitourenberge rund um das Lucknerhaus ein. Er ist landschaftlich großartig, technisch nicht übermäßig schwierig und bietet immer wieder eindrucksvolle Blicke zum Großglockner – wenn man mit den Wolken etwas mehr Glück hat als wir 😄

Toureninfos

  • Lage: Österreich / Osttirol / Glocknergruppe
  • Ausgangspunkt: Parkplatz Glocknerwinkel
  • Höhenmeter & Distanz: 990 hm | 10 km (mit Glorer Hütte)
  • Höchster Punkt: 2.878 Meter
  • Schwierigkeit gemäß SAC-Skitourenskala: wenig schwierige Skitour (WS)
  • Schlüsselstelle: der steile Gipfelhang bzw. das Gipfelfinale über den Südwestgrat
  • Gemacht im: März 2026
  • Link zum Selberplanen: osttirol.com

Tourenbeschreibung der Skitour auf den Weißen Knoten

Los geht’s am Parkplatz Glocknerwinkel beim Lucknerhaus (1.920 m). Vom LVS-Checkpoint steigt man über einen beschilderten Steig kurz durch ein Waldstück an und erreicht bald einen Forstweg.

Der Weg zieht in angenehmer Steigung durch mehrere Kehren bergauf und eignet sich perfekt, um in Ruhe warm zu werden. Gleichzeitig öffnet sich die Landschaft schon früh, und man versteht sofort, warum das Gebiet rund um Kals im Winter so viele Tourengeher anzieht.

Man folgt dem Forstweg bis auf ungefähr 2.200 Meter. Danach verlässt man die Trasse und steigt über den breiten Südhang weiter Richtung Nordosten auf. Das Gelände wird immer offener, weitläufiger und auch skitourentechnisch spannender.

Aufstieg über den Südhang
Aufstieg über den Südhang

Über einen kleinen Taleinschnitt (ca. 2.370 m) erreicht man schließlich das landschaftliche Herzstück der Tour: ein weites Kar, das der Route plötzlich einen viel alpinereren Charakter gibt. Von hier geht es über kupiertes Gelände weiter bergauf. 

Ein Taleinschnitt dient als Eingang in das weitläufige Kar
Ein Taleinschnitt dient als Eingang in das weitläufige Kar

Auf rund 2.400 Metern trennen sich die Spuren. Rechts zieht die Route Richtung Glorer Hütte, links beziehungsweise links haltend weiter zum Weißen Knoten. Spätestens hier rückt auch der Gipfelhang deutlich ins Blickfeld.

Blick zum Weißen Knoten (links)
Blick zum Weißen Knoten (links)

Für den weiteren Anstieg gibt es – je nach Verhältnissen – mehrere Möglichkeiten. Bei absolut sicheren Bedingungen kann man direkt über den steilen Südhang mit zahlreichen Spitzkehren aufsteigen. Wir haben uns für die etwas defensivere und zugleich aussichtsreichere Variante über den Südwestgrat entschieden.

Dafür geht es zunächst über eine Steilstufe hinauf Richtung Medelsattel (2.676 m), anschließend folgt man dem Grat weiter in Richtung Gipfel. Die Tour verändert noch einmal ihren Charakter: Es wird auf einmal spürbar alpiner.

Im Gipfelbereich sind meist saubere Spitzkehren gefragt. Je nach Schneelage und Bedingungen richtet man früher oder später ein Skidepot ein und legt die letzten Meter zum Gipfel des Weißen Knoten (2.878 m) zu Fuß zurück – bei uns waren Steigeisen dafür ratsam. 

Gegen Ende hin wird es herrlich alpin und stellenweise ausgesetzt. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sollte man auf jeden Fall mitbringen. Oben wartet dafür ein Aussichtsbalkon, der die Tour endgültig besonders macht.

Der Großglockner und die umliegenden Gipfel stehen hier eindrucksvoll Spalier. Bei uns war die Sicht Richtung Glockner leider komplett zu – der Blick nach Süden war aber auch so mehr als genug, um in Erinnerung zu bleiben.

Tolle Aussicht in die Osttiroler Bergwelt
Tolle Aussicht in die Osttiroler Bergwelt

Abfahrt vom Weißen Knoten

Die Abfahrt erfolgt meist in Anlehnung der Aufstiegsspur zurück zum Lucknerhaus. Bei guten und sicheren Verhältnissen bietet sich auch eine direktere Variante über den steilen Südhang an. Steigt die Lawinengefahr, ist die defensivere Abfahrt entlang der Aufstiegsspur klar die bessere Wahl.

Blick zurück beim Abstieg zum Gipfel
Blick zurück beim Abstieg zum Gipfel

Die Glorer Hütte als Zugabe

Wer noch Kraft und Zeit hat, kann – wie wir – noch einen Abstecher zur Glorer Hütte machen. Dafür geht es vom Gipfel wieder über den Grat zurück zum Skidepot. Von dort haben wir versucht, möglichst hoch bleibend zur Glorer Hütte (2.642 m) zu queren. Bei sicheren Verhältnissen und guter Linienwahl, braucht es nur einen kurzen Gegenanstieg ins Berger Törl, in dem die Hütte liegt.

Diese Variante lohnt sich gleich doppelt: zum einen wegen der gemütlichen Hütteneinkehr, zum anderen wegen der anschließenden Abfahrt über die Westhänge des Kasteneggs. Diese machen den Weg zurück ins Tal deutlich abwechslungsreicher und nehmen ihm dieses klassische „gleiche Strecke retour“-Gefühl.

Fazit zur Skitour auf den Weißen Knoten

Der Weiße Knoten ist eine Tour, die viel richtig macht. Der Anstieg beginnt entspannt, bleibt durchgehend interessant und steigert sich bis zum alpinen Finale kontinuierlich. Dazu kommen die eindrucksvolle Landschaft und die weiten Blicke in die umliegende Bergwelt.

Unserer ungefährer Routenverlauf im Kar; blau der Aufstieg, schwarz die Abfahrt

Wer in der Glocknergruppe eine klassische, landschaftlich starke und sehr lohnende Skitour sucht, liegt mit dem Weißen Knoten genau richtig. Mit der Abfahrtsvariante über die Glorer Hütte bekommt die Tour am Ende zusätzlich einen runden Abschluss.

Gipfelselfie am Weißen Knoten
Gipfelselfie am Weißen Knoten

Kleiner Tipp zum Abschluss: Das Lucknerhaus ist mit seiner herzlichen Gastfreundschaft, gemütlichen Zimmern und einer kleinen, aber feinen Sauna ein ideales Basecamp für Skitouren in dieser beeindruckenden Berglandschaft.

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Griaß di!
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Ich heiße Daniel, bin Mitte 30 und liebe die Berge. Ich möchte dich mit Rauf und Davon für dein nächstes Bergabenteuer inspirieren und dir das nötige Know-how dafür mit auf den Weg geben. Dir gefallen meine Geschichten? Dann folge mir doch ☺️
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