Bergliebe in Blogform aus Österreich

Planungshilfe: Die erste Bergtour mit Zelt

Endlich einmal Zeit dafür ...

Was ich immer schon einmal machen wollte, ist eine mehrtägige Gebirgsüberschreitung beziehungsweise -durchquerung in Österreich mit dem Zelt. Fernab von Hütten die Einsamkeit in der Natur genießen. Bis jetzt hat mich immer die Faulheit, mich mit den nötigen Fragen auseinanderzusetzen, davon abgehalten. Doch jetzt ist die Zeit dafür und ich teile gerne meine Erkenntnisse mit euch … damit ihr nicht so lange dafür braucht wie ich.

Als Kind habe ich das Zelten geliebt. Dann kamen die Festivals und irgendwie hat sich in den unzähligen Nächten auf lauten, dreckigen Campingplätzen – vor allem mit zunehmenden Alter – eine Aversion gegen das Schlafen im Zelt entwickelt. Spätestens bei meiner Kilimanjarobesteigung 2018 habe ich aber meine Liebe dazu wiederentdeckt. Für meinen Lofotentrip letztes Jahr habe ich mir sogar ein Zelt gekauft, das ich jetzt gerne einmal in Österreich ausführen möchte. Doch dafür muss man sich erst einmal mit ein paar Fragen beschäftigen.

Zelt am Kvalvika Beachauf den Lofoten
Mit dem Zelt unterwegs auf den Lofoten

Wo darf man in Österreich überhaupt Wildcampen?

Die “schlechte” Nachricht zuerst: In Österreich ist das Zelten im Wald prinzipiell verboten. Außer man hat die ausdrückliche Erlaubnis des Grundeigentümers. Außerdem ist das Zelten in Nationalparks, Naturschutz- und Sonderschutzgebieten untersagt. Außerhalb des Waldes und den Schutzgebieten gelten im wahrsten Sinn des Wortes andere Gesetze. Und zwar je nach Bundesland. Kurz zusammengefasst sieht die rechtliche Lage laut Alpenverein bzw. bergzeit.at (Stand 21.03.2020) so aus:

  • Oberösterreich: Das alpine Ödland ist außerhalb des Weidegebiets für den “Fußwanderverkehr frei”. Dazu zählen im Sinne der Gemeinverträglichkeit Lagern und Zelten.
  • Steiermark: Das alpine Ödland ist außerhalb des Weidegebiets für den “Fußwanderverkehr frei”. Dazu zählen im Sinne der Gemeinverträglichkeit Lagern und Zelten.

  • Vorarlberg: Prinzipiell erlaubt, wenn nicht vom Bürgermeister einer Gemeinde untersagt.
  • Salzburg: Prinzipiell erlaubt, wenn nicht vom Bürgermeister einer Gemeinde untersagt. Sensibilität im Umgang mit der Natur wird aber vorausgesetzt. Gruppen sollten sich vor ihrer Tour mit der Naturschutzabteilung der zuständigen Bezirkshauptmannschaft in Verbindung setzen.

  • Kärnten: Außerhalb von behördlich bewilligten Campingplätzen ist das Zelten verboten. Eine Ausnahme ist lediglich das alpine Biwakieren.
  • Tirol: Außerhalb von behördlich bewilligten Campingplätzen ist das Zelten verboten. Eine Ausnahme ist lediglich das alpine Biwakieren.
  • Niederösterreich: Außerhalb von behördlich bewilligten Campingplätzen ist das Zelten verboten.
  • Burgenland: Außerhalb von behördlich bewilligten Campingplätzen ist das Zelten verboten.
Moaralmsee (Schladminger Tauern) | © René-Eduard Perhab_TVB HAG

Auf der sichersten Seite ist man mal also in der Steiermark und Oberösterreich. Salzburg und Vorarlberg wären auch eine Option, hier müsste man vorher aber im besten Fall noch einmal mit der Gemeinde Rücksprache halten. Da es aber in Oberösterreich und Steiermark wunderschöne Gebirgslandschaften gibt und die Bundesländer für mich sowieso näher sind, werde ich mich erstmal auf diese beiden Bundesländer konzentrieren.

Welches Gebirge soll es werden?

Dafür gibt es ein paar Kriterien, die passen müssen. Erstens sollte es natürlich groß genug sein, dass man mehr als einen Tag unterwegs ist. Zweitens muss es eine gewisse Höhe haben, dass man über der Baumgrenze schlafen kann. Drittens darf es kein Nationalpark oder Naturschutzgebiet sein (was leider den steirischen Teil des Toten Gebirges betrifft, was meine erste Wahl gewesen wäre). Das schließt schon mal viele Regionen aus. Nach einer kleinen Recherche habe ich meine Auswahl auf folgende zwei Gebirge eingegrenzt:

  • Schladminger Tauern
  • Hochschwabgruppe

Beide sind zwar ein Landschaftsschutzgebiet, trotzdem darf man dort zelten, denn per Gesetz braucht es nur eine Genehmigung für: “Errichten von Zeltlagern oder das Aufstellen von Wohnwagen für mehr als eine Nächtigung außerhalb von Gehöften, Ortschaften oder hiefür genehmigten Plätzen, ausgenommen für betriebliche Zwecke zur Durchführung genehmigter Vorhaben (z. B. Bauarbeiten).” So weit, so gut. Und weil ich gerade Zeit habe, plane ich mal beide Touren grob und entscheide dann, welche es im Sommer werden soll …

Schladminger Tauern

Zur Planung meiner Touren benutze ich wie immer Alpenvereinaktiv. Also los geht’s.

Schladminger Tauern (Klafferkessel) | © Schladming-Dachstein_Herber Raffalt

Die Schladminger Tauern sind ein herrlicher Spielplatz. Ein riesen Wegnetz bietet die Möglichkeit, tagelang im Gebirge unterwegs zu sein. Ich habe mich bei der groben Planung für eine U-förmige Route entschieden, damit ich relativ easy öffentlich wieder zurück zum Ausgangspunkt und Auto komme.

Distanz: 51,5 Kilometer
Höchter Gipfel: Hochgolling 2.862 Meter
Höhenmeter im Aufstieg: ca. 6.200 Höhenmeter
Höhenmeter im Abstieg: ca. 6.200 Höhenmeter
Geplante Dauer: 4 Tage

Hochschwabgruppe

Hochschwab | © FTom / Pixabay

Der Hochschwab ist ein wunderschöner Gebirgsstock. Im Vergleich zu der Tour durch die Schladminger Tauern hat man hier relativ wenig Spielraum bei der Wegwahl, dafür müssen weniger Höhenmeter zurückgelegt werden, weil man immer auf dem Hochplateau bleibt.

Distanz: 47,7 Kilometer
Höchter Gipfel: Hochschwab 2.277 Meter
Höhenmeter im Aufstieg: ca. 2.500 Höhenmeter
Höhenmeter im Abstieg: ca. 3.000 Höhenmeter
Geplante Dauer: 3 Tage


Titelbild: Pexels / Pixabay

Über mich
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Ich heiße Daniel, bin Mitte 30 und komme aus Oberösterreich. Ich möchte auf Rauf und Davon meine Liebe zu den Gipfeln dieser Welt teilen und euch damit für euer nächstes Bergabenteuer inspirieren. Dir gefallen meine Berggeschichten? Dann folge mir doch und verpasse keine Inspiration mehr:

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