Schwalbenwand (2.011 m): Skitour vom Mitterberghof

Aussichtsreiche Genusstour über dem Zeller See

Die Schwalbenwand ist ein traumhafter Aussichtsberg hoch über dem Zeller See. Skitouren ziehen von allen Seiten zum Gipfel – und trotzdem lässt sich hier noch ein bisschen Ruhe finden. Ich habe mich für die am wenigsten begangene Variante entschieden: den Südanstieg vom Mitterberghof.

Toureninfos

Tourenbeschreibung der Skitour auf die Schwalbenwand

Geheimtipp ist die Schwalbenwand freilich keiner. Meistens wird sie von Maria Alm (Norden) oder Maishofen (Westen) bestiegen. Der Anstieg vom Mitterberghof über die Griesalm ist dagegen die entspannteste der drei klassischen Routen – und mit „nur“ rund 860 Höhenmetern, relativ flachen Hängen und einem insgesamt gutmütigen Gelände eine echte Genusstour. Nebenbei gilt er auch als die „lawinensicherste“ Option.

Zur Griesalm

Los geht’s am kostenpflichtigen Wanderparkplatz Mitterberg (1.290 m). Zunächst steigt man über zwei offene Wiesenhänge Richtung Pointner Berg (1.303 m) auf, den man links liegen lässt. Danach folgt man für gut einen Kilometer dem Wanderweg und der Forststraße zur Griesalm (1.525 m) – perfekt zum Warmwerden, bevor das Gelände etwas spannender wird.

Bei der Griesalm biegt die Route scharf links ab. Ein steiler, offener Hang wird komfortabel entlang des Sommerwegs in einigen Kehren überwunden. Nach einem kurzen Waldgürtel steht man schließlich am Südrücken der Schwalbenwand (ca. 1.700 m).

Relativ bald sieht man den Gipfel sowie den kompletten Weg dorthin – Waldschneisen und Geländeform geben die Linie unmissverständlich vor. Probleme bei der Wegfindung? Praktisch ausgeschlossen. Die Tour ist auch bei schlechten Wetterverhältnissen halbwegs machbar.

Am Rücken der Schwalbenwand

Bis zum Maishofener Kreuz (1.895 m) wird’s zwischendurch etwas steiler – in einem Hang haben wir ein paar Spitzkehren gebraucht. Danach folgt das Finale: Die letzten gut 100 Höhenmeter dreht der Rücken nach Westen, das Gelände flacht wieder ab und man zieht in einem aussichtsreichen Schlussspurt dem Gipfel entgegen.

Es ist einer dieser Anstiege, bei denen man automatisch langsamer wird – nicht wegen der Kondition, sondern weil man ständig irgendwo hängen bleibt: da ein Blick, dort ein Foto, und schon wieder ein Schulterblick zurück auf die Aufstiegsspur.

Am Gipfel der Schwalbenwand

Oben auf der Schwalbenwand (2.011 m) wartet dann die volle Belohnung: ein 360-Grad-Panorama der Sonderklasse. Steinernes Meer, Hochkönig, Kitzsteinhorn und die Hohen Tauern – und dazu der Tiefblick auf den Zeller See. Man weiß wirklich nicht, in welche Richtung man zuerst schauen soll.

Abfahrt von der Schwalbenwand

Die Abfahrt folgt im Wesentlichen dem Aufstiegsweg. Einziger Wermutstropfen: Am Rücken wartet ein rund 500 Meter langes Flachstück (ca. 1.820 m) mit kleinen Gegenanstiegen – hier heißt es noch einmal auffellen. Danach wird’s aber wieder genussvoll, vor allem, wenn man die Schwalbenwand so unverspurt erwischt wie wir.

Nur die Schneebedingungen hätten bei uns gerne ein bisschen besser sein dürfen: Der Neuschnee der Vortage war leider feuchter als erhofft. Bei richtigem Pulver stelle ich mir die Hänge noch einmal eine Spur genialer vor.

Ab der Griesalm kann man – sofern Schneequalität und -menge zu wünschen übrig lassen – bequem über die Forststraße zurück zum Mitterberghof fahren. Wenn’s unten schon knapp oder sulzig wird, ist das definitiv die angenehmste Option.

Fazit

Der Südanstieg auf die Schwalbenwand ist eine anfängerfreundliche Genusstour mit großem Panorama-Faktor. Technisch bleibt alles überschaubar: maximal eine Handvoll Spitzkehren, ansonsten ideal geneigte Hänge und viel Forststraße. Dank des hohen Startpunkts und der Möglichkeit, bis zur Griesalm auf der Straße aufzusteigen, gilt die Tour für diese Höhenlage als relativ schneesicher.

Blick zurück auf das Aufstiegsgelände
Blick zurück auf das Aufstiegsgelände

Wenn die Sonne kräftiger wird und die Temperaturen nach oben klettern, sollte man die Südexposition in der Planung mitdenken – im Frühjahr ist der Nordanstieg oft länger lohnend. Konditionell sollte man dennoch fit sein: Mit 11,2 Kilometern und rund 880 Höhenmetern ist man schon eine Zeitlang unterwegs – besonders dann, wenn man (im besten Fall) selbst spuren darf.

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