Bergliebe in Blogform

Seekarspitze (2.350 m): Skitour in Obertauern

Beliebter Klassiker in der Vor- und Nachsaison

Die Seekarspitze ist ein dominanter Gipfel im Skigebiet Obertauern. Besonders das alpine Finale macht die schneesichere Skitour trotz Pistennähe zu einer interessanten Unternehmung. Wenn nichts geht, geht Obertauern!

Toureninfos

  • Lage: Österreich / Salzburg / Schladminger Tauern
  • Ausgangspunkt: Parkplatz beim Restaurant Olympiastützpunkt
  • Höhenmeter & Distanz: 600 hm | 10 km
  • Höchster Punkt: 2.350 Meter
  • Schwierigkeit: bis zur Bergstation einfache pistennahe Skitour; im oberen Bereich steil mit alpinem Gipfelgrat
  • Schlüsselstellen: steiler Aufschwung zum Gipfelgrat und Gipfelgrat selbst
  • Gemacht im: Jänner 2023

Tourenbericht Skitour Seekarspitze

Obertauern ist – und das ist wissenschaftlich bewiesen – der schneereichste Skiort Österreichs. Das macht die Skitour auf die Seekarspitze zum beliebten Klassiker in der Vor- und Nachsaison. Dabei ist die Tour das ganze Jahr über gar nicht mal so unspannend.

Aufstieg auf die Seekarspitze

Vorab: Den EINEN Weg auf die Seekarspitze gibt es nicht. Da die Skitour über Pisten und in Pistennähe verläuft, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten – zumindest bis zur Bergstation. Startpunkt unserer Tour war der Parkplatz beim Restaurant Olympiastützpunkt. Achtung, auch wenn es in manchen Beschreibungen anders steht: Weiter darf man nicht fahren (Fahrverbot), alle Skitourengeher starten hier.  

Skitourengeher in Obertauern
Am Weg zur Kringsalm

Zunächst geht es flach entlang des Wanderwegs (Seekarstraße) vorbei am Hundsfeldsee zur Kringsalm, wo der eigentliche Anstieg beginnt. Wir haben uns für die Variante nahe der Piste 5a entschieden. Hier hat das Gelände eine angenehme Weitläufigkeit und ermöglicht meistens einen Aufstieg abseits der Piste.

Da wir ziemlich schlechtes Wetter hatten, waren wir hauptsächlich in der Nebelsuppe unterwegs. So haben wir das Skigebiet über weite Strecken gar nicht mitbekommen und hatten manchmal sogar das Gefühl, irgendwo im Nirgendwo unterwegs zu sein. Dass das bei wolkenlosem Himmel auch so ist, wage ich allerdings zu bezweifeln.

So wie so gibt es über den Weg bis zur Bergstation wenig zu berichten. Nahe der Piste 5a überwindet man die rund 500 Höhenmeter. Technisch interessant wird die Tour erst kurz vor der Bergstation: Nach der letzten Linkskurve biegt man von der Piste rechts ins Gelände ab und erreicht in einem Linksbogen – immer steiler werdend – den Gipfelgrat der Seekarspitze. 

Skitourengeher in Obertauern
In einem Linksbogen geht es Richtung Gipfelgrat

Da es bei uns ziemlich windig und die Sicht sehr schlecht war, haben wir das Skidepot etwas unterhalb des Grats eingerichtet. Die letzten rund 20 Höhenmeter sind ziemlich steil und wir konnten das Gelände für eine sinnvolle Spuranlage nicht mehr ausreichend lesen. So ging es für uns zu Fuß die letzten Meter in der Direttissima hoch zum Grat.

Bergsteiger am Gipfelgrat der Seekarspitze
Die letzten Meter zum Gipfel

Der Gipfelgrat selbst präsentierte sich überraschend alpin. Mit den Sturmböen kam beinahe etwas Expeditionsfeeling auf. Stellenweise ausgesetzt geht es die letzten Höhenmeter über herrliches Gelände zum Gipfel. Trotzdem darf man den Grat nicht unterschätzen – man sollte unbedingt Schwindelfreiheit und Trittsicherheit mitbringen. 

Das Gute an unseren widrigen Bedingungen? Wir waren eine Viertelstunde komplett alleine am Gipfel. Ein Privileg, das man auf der Seekarspitze vermutlich selten hat. So genossen wir einsam die Wolkenfenster, die uns immer wieder Blicke auf die geniale Wetterstimmung um uns herum eröffneten.

Aussicht vom Gipfel der Seekarspitze
Mystisch fließen die Wolken über die umliegenden Berggipfel

Abfahrt von der Seekarspitze

Rechtzeitig zum Abstieg riss es dann etwas auf. Zunächst ging es über den Grat zurück zum Skidepot und dann über die Piste 5a zurück ins Tal.

Bergsteiger am Grat der Seekarspitze
Am Weg zurück zum Skidepot

Fazit

Die Tour auf die Seekarspitze ist eine feine Sache. Sie ist schneesicher, gut erreichbar und bietet vor allem im oberen Bereich ein paar alpine Schmankerln. Die Aussicht vom Gipfel ist wunderschön. Für eine Tour in Pistennähe bleiben hier kaum Wünsche offen. Bei großen Neuschneemengen muss man – so wie überall – abseits der Pisten auf die Lawinenlage achten.

Natürlich ist sie vor und nach dem Skibetrieb am schönsten, aber wenn wirklich mal schneebedingt gar nichts gehen sollte, kann man die Seekarspitze mit gutem Gewissen auch während der Saison gehen.

Griaß di!
Griaß di!
Ich heiße Daniel, bin Mitte 30 und komme aus Oberösterreich. Ich möchte auf Rauf und Davon meine Liebe zu den Gipfeln dieser Welt teilen und euch damit für euer nächstes Bergabenteuer inspirieren. Dir gefallen meine Berggeschichten? Dann folge mir doch und verpasse keine Inspiration mehr:

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