Der Gletscherweg Innergschlöß hat mich einfach umgehauen! Seine moderate Länge, der landschaftliche Abwechslungsreichtum und die schiere Schönheit der Natur machen diese Tour zu einer der schönsten Wanderungen, die ich bis jetzt im Nationalpark Hohe Tauern machen durfte – vielleicht sogar zur schönsten Österreichs.
Toureninfos
- Lage: Österreich / Tirol / Hohe Tauern
- Ausgangspunkt: Matreier Tauernhaus
- Höhenmeter & Distanz: 640 hm | 10 km
- Höchster Punkt: 2.280 Meter
- Schwierigkeit gemäß SAC-Wanderskala: meist einfache Bergwanderung (T2)
- Gemacht im: September 2021
- Link zum Selberplanen: alpenvereinaktiv
Tourenbeschreibung: Gletscherweg Innergschlöß
Start- und Endpunkt der Rundwanderung ist das Venedigerhaus im Innergschlöß. Um dorthin zu gelangen, kann man vom großen Parkplatz beim Matreier Tauernhaus entweder 4,5 Kilometer über einen Fahrweg taleinwärts marschieren oder ein Taxi bzw. den kostenpflichtigen Panoramazug nehmen. Für den öffentlichen Verkehr ist die Straße dorthin gesperrt.
In Innergschlöß beginnt der Aufstieg
Im Innergschlöß angekommen, kann man die ersten Blicke auf die umliegenden Dreitausender Rainerhorn, Schwarze Wand und den mächtigen Großvenediger mit seinem zerklüfteten Schlatenkees genießen. Zu Recht wird dieses Fleckchen Erde immer wieder als schönster Talschluss der Ostalpen bezeichnet.
Der Gletscherweg Innergschlöß selbst könnte kaum abwechslungsreicher sein: Zunächst durchstreift man die sattgrünen Almwiesen des Gschlößtals. Besonders idyllisch präsentiert sich der Talschluss im Frühling, wenn sich links und rechts des Bachs blühende Krokusse wie Teppiche ausbreiten.
Weiter geht es über einen steiler werdenden Pfad, der durch einen märchenhaften Hochwald über die Baumgrenze hinausführt. Einige Stellen sind seilversichert, besonders bei Nässe ist hier etwas Vorsicht geboten. Nach rund 500 Höhenmetern erreicht man den Salzbodensee und seinen kleinen Bruder, das „Auge Gottes“. Zeit zum Durchatmen, den anstrengendsten Teil hat man geschafft und sich eine kurze Pause verdient.
Postkartenidylle am Gletscherweg Innergschlöß
Ab jetzt flacht der Weg etwas ab und ändert ein weiteres Mal seinen Charakter. Das saftige Grün weicht vom Gletscher glatt geschliffenen Steinplatten. Während man durch diese bizarre Landschaft wandelt, hat man beinahe das Gefühl, auf einem fremden Planeten gelandet zu sein.
Jeder Höhenmeter gibt mehr vom Schlatenkees preis und ehe man sich versieht, steht man am Unteren Keesboden und kann es in seiner ganzen Pracht bestaunen. Ein unglaublicher Anblick, der leider nicht ewig währen wird. Das Schlatenkees zieht sich Jahr für Jahr weiter zurück. Studien zufolge könnten die Alpen bis 2100 beinahe eisfrei sein.
Um dem Gletscher wortwörtlich zum Greifen nahezukommen, muss man den markierten Weg verlassen und ein paar hundert Meter durch wegloses Gelände wandern. Der Abstecher zahlt sich aber aus: Der Anblick direkt am Fuß des Gletschers ist einfach atemberaubend und der dort entstandene See ein schaurig-schöner Zeuge seines Zerfalls.
Ein gemütlicher Abstieg zum Schluss
Bevor man mit dem Abstieg beginnen kann, muss man noch ein paar letzte Höhenmeter überwinden. Am höchsten Punkt der Tour (auf 2.280 m) mündet der Pfad schließlich in den Hüttenzustieg zur Prager Hütte, auf dem man zurück ins Tal gelangt. Der Weg nach unten ist an einigen Stellen steil, aber so wie die restliche Wanderung technisch nicht besonders anspruchsvoll.

Das Venedigerhaus im urigen Almdorf bietet sich nach der Runde für eine wohlverdiente Stärkung an. Wer Kraft und Zeit hat, kann danach noch einen Kilometer talauswärts spazieren und die berühmte Felsenkapelle besichtigen.
Fazit zum Gletscherweg Innergschlöß
Bei ausreichender Kondition ist der Gletscherweg Innergschlöß ein unvergessliches Erlebnis für die ganze Familie. So nah kommt man einem Gletscher über einen verhältnismäßig einfachen Wanderweg selten – vor allem einem so schön gelegenen.

Gleichzeitig ist die Bergtour unglaublich abwechslungsreich und landschaftlich beeindruckend. Kurz gesagt: Der Gletscherweg Innergschlöß ist eine Wanderung, die man unbedingt einmal gemacht haben muss und zählt für mich zweifelsohne zu den schönsten Wanderungen von Österreich.
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