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Eine Wüstentour ab Marrakesch: 2 Nächte in der Sahara

Alle Infos und Fotos unserer Wüstentour zu den Sanddünen von Erg Chebbi

Ich wollte immer schon einmal in die Wüste. Im November 2022 habe ich mir gemeinsam mit meiner Frau Anna diesen Traum erfüllt. Im Rahmen unserer Reise nach Marrakesch haben wir eine fünftägige Tour in die marokkanische Sahara unternommen – genau genommen zur Dünenlandschaft Erg Chebbi in der Nähe der Stadt Merzouga.

Übersicht

Ein scheinbar endloses Sandmeer voller formvollendeter, vom Wind gezeichneter Dünen. Absolute Stille und ein sternenübersäter Nachthimmel. Ein fantastisches Farbenspiel, das sich jeden Morgen und Abend wiederholt. All das und vieles mehr ist die Wüste. Wenn ich mir die Fotos ansehe, kann ich ihre Schönheit noch immer nicht fassen.

Anna auf der Suche nach dem perfekten Foto

Ja, ich habe mich in die Wüste verliebt. Und damit euch das auch passieren kann, möchte ich meine Erfahrungen rund um unseren Trip teilen.

Unser Camp in der Wüste

Alles begann mit der Suche nach dem passenden Camp. Und die gibt es in der marokkanischen Sahara wie Sand in der Wüste. Dementsprechend lange haben wir gesucht und uns schließlich für das „Luxury Desert Camp“ entschieden.

Desert Luxury Camp in Erg Chebbi
Luxury Desert Camp

Gründe für das Luxury Desert Camp

1. Das Camp bietet Rundumservice an.
Auf Wunsch stellen die Campbetreiber eine komplette, maßgeschneiderte Rundreise zusammen – in unserem Fall waren es fünf Tage ab Marrakesch inklusive privatem Fahrer und jeweils einer Übernachtung am Hin- und Rückweg. Es wäre auch kürzer oder länger, mit anderen Stopps oder alternativem Abfahrtsort möglich gewesen. Dafür arbeiten sie mit „Your Morocco Tours“ zusammen. Da wir uns kurzfristig für den Urlaub in Marokko und die Tour in die Wüste entschieden und so gut wie keine Zeit für individuelle Planung hatten, war uns der Service wichtig.

2. Das Camp liegt in einem ruhigen Eck.
Während die meisten Wüstencamps nahe der Stadt Merzouga nebeneinander picken und an einer „Wüstenstraße“ liegen, hat man hier seine Ruhe. Man muss schon auf eine hohe Düne spazieren, um weit weg fremde Zelte zu erspähen. Vor dem eigenen Zelt hat man das Gefühl, das einzige Camp in der Wüste zu sein.

Links: Anna und unser Camp (alle Zelte, die man sieht, sind Teile vom Luxury Desert Camp). Rechts: Ich bei einem Zwischenstopp im „belebteren“ Teil der Erg Chebbi Wüste – hier klebt ein großes Camp neben dem anderen.

3. Die Bewertungen sind top.
Wir haben im Vorfeld nur Gutes gelesen. Und das absolut zurecht. Sowohl das Essen und die Zelte als auch der Service und die Kommunikation waren super (sowohl im Vorfeld als auch vor Ort). Lediglich ein Generator sorgte nachts für etwas nervigen Lärm – ein nötiges Übel, da die Zelte mit Klimageräten zum Heizen in der Nacht ausgestattet sind.

4. Die Infrastruktur ist wirklich gut.
Man bekommt wirklich alles geboten, was man braucht – und noch mehr: Von der eigenen Dusche über gutes Essen bis zu einem Pool (was etwas verrückt ist). Da wir zwei Nächte bleiben wollten, waren uns vor allem die Sanitäreinrichtung ein Anliegen. Die meisten anderen Camps bieten – laut unserem Fahrer Hassan – diese Infrastruktur nämlich nicht, weil sie nur für eine Übernachtung ausgelegt sind.

Zeltkategorien

Desert Luxury Camp in Erg Chebbi
Die „normalen Zelte“ im Camp

Das „Luxury Desert Camp“ bietet unterschiedliche Zelt-Kategorien. Es gibt normale Zelte, Kuppelzelte und private Camps. Wir haben eine Nacht im normalen Zelt und eine im Kuppelzelt geschlafen. Wobei mir persönlich das (etwas teurere) Kuppelzelt mit der durchsichtigen Front besser gefallen hat, weil es einfach wirklich etwas Besonderes ist, direkt aus dem Bett den Sternenhimmel zu sehen.

Unsere Tage und Nächte in der Wüste

Zwei Nächte in der Wüste sind doch langweilig, oder? Ganz im Gegenteil! Die Wüste ist der perfekte Ort, um abzuschalten und runterzukommen. Hier dreht sich alles um die atemberaubende Natur, es gibt nur wenig Ablenkung (und kein WLAN!) – und das ist im denkbar positivsten Sinn gemeint. Besonders die Sonnenauf- und -untergänge sowie der sternenklare Nachthimmel wollen ausgiebig zelebriert und genossen werden.

Drei Dinge, die wir dort am liebsten gemacht haben:

1. Fotos, Fotos, Fotos

Besonders den Morgen und Abend haben wir für ausgiebige Dünenspaziergänge und Fotosessions genützt. Hier kann man sich einfach nicht sattfotografieren.

2. Einen Kamelritt

In unserer Tour war ein wirklich langer Kamelritt inkludiert. Anfangs war ich mir nicht sicher, ob ich das so toll finde, aber meine Zweifel wurden schnell zerstreut. Die Tiere wirkten gesund und ich hatte das Gefühl, dass sie gut behandelt werden. Wenn man sich auf das – zugegeben touristische – Erlebnis einlässt, kann man wirklich Spaß bei der Sache haben.

Mädchen auf einem Kamel in der Wüste
Touristisch? Ja, aber trotzdem ein Erlebnis!

3. „Entertainment“ der anderen Art genossen

Sonst bietet das Camp mit Sandboards, die man sich gratis ausleihen kann, dem bereits erwähnten Pool und unzähligen Plätzen zum Chillen ausreichend „Rahmenprogramm“ an, damit einem nicht langweilig wird.

Wobei: Die Gefahr bestand bei uns so und so nicht. Wir saßen teilweise eine Stunde vorm Zelt oder auf einer Düne und starrten in die einzigartige Landschaft. Besonders lohnt sich ein Wecker in der Nacht. Einmal sollte man bei absoluter Dunkelheit eine Camp-nahe Düne besteigen und dort den unglaublichen afrikanischen Sternenhimmel auf sich wirken lassen. Diese Bilder werden wir nie vergessen!

Wie kommt man hin? Unser Weg in die Wüste

Wie bereits erwähnt, waren wir fünf Tage unterwegs. Den Hin- und Rückweg haben wir jeweils auf zwei Tage aufgeteilt. Denn auch am Weg gibt es jede Menge zu entdecken – immerhin beträgt die Fahrtzeit in eine Richtung rund zehn Stunden.

Tagesprogramm

  • Tag 1: Marrakesch -> Tizi n’Tichka-Pass (Hoher Atlas) -> Ait-Ben-Haddou -> Draa-Tal
  • Tag 2: Draa-Tal -> Merzouga -> Wüstencamp
  • Tag 3: Wüstencamp
  • Tag 4: Wüstencamp -> Todra Schlucht -> Dadestal
  • Tag 5: Dadestal -> Marrakesch

Wir hatten das Gefühl, dass die An- und Abreise so gut getimt waren. Natürlich kann man sich noch ein paar Tage mehr gönnen und zum Beispiel eine Wanderung rund um die Todra-Schlucht oder im Atlas Gebirge dranhängen. Das waren beides Gegenden, die mir sehr gut gefallen haben.

Die schönsten Eindrücke von unterwegs

Hilfreiche Tipps

Zum Abschluss möchte ich euch noch ein paar Dinge mit auf den Weg in die Wüste geben:

  • Bleibt auf jeden Fall mindestens zwei Nächte in der Wüste, um die Ruhe dort richtig genießen zu können. Sonst ist es wirklich stressig. Die anderen Gäste kamen gerade rechtzeitig zum Sonnenuntergang an und reisten am nächsten Morgen gegen 09:00 Uhr schon wieder ab. Da verbringt man mehr Stunden im Auto als in der Wüste. Wir haben den kompletten Wüstentag extrem genossen und bis zur letzten Sekunde ausgekostet. Im Nachhinein würden wir sogar noch eine dritte Nacht bleiben.
  • Ich würde euch raten, den Hin- und Rückweg von Marrakesch mit jeweils einer Übernachtung am Weg zu planen. Zehn Stunden Autofahrt pro Strecke sind schon eine ganze Menge und man möchte am Weg ja auch ein bisschen Zeit zum Aussteigen und Gegend erkunden haben. Es gibt wirklich ein paar interessante Sehenswürdigkeiten, die sonst auf der Strecke bleiben würden.
Unser lieber Hassan von „Your Morocco Tours“ – Danke für fünf wunderbare Tage!
  • Obwohl wir ursprünglich selbst fahren wollten, aber keine Zeit für die Planung hatten und uns nur deswegen dagegen entschieden haben, waren wir am Ende des Tages froh über unseren lieben Fahrer Hassan. Dank ihm haben wir so viel über Land, Leute und Kultur gelernt. Außerdem hat er uns zu den besten Restaurants (immer etwas abseits der Touri-Hotspots) gebracht und uns bravourös durch den marokkanischen Verkehr geschifft. Vor allem in den Städten muss man mit dem Fahrstil der Einheimischen klarkommen – Verkehrsregeln gelten hier eher als grobe Richtlinien.
  • Beste Reisezeit für die Wüste in Marokko sind die Herbst- und Wintermonate sowie der Frühling. Im Sommer kann es unerträglich heiß werden. Wir hatten Anfang November untertags angenehme 28 – 30 °C und in der Nacht um die 10 °C.

Fazit

Ich habe mir die Wüste schön vorgestellt, aber sie hat mich schlussendlich umgehauen. Diese Weite, Einsamkeit und Eleganz hat mich nachhaltig verzaubert. Wenn man die Möglichkeit hat, sollte man sich diese Landschaftsform unbedingt einmal ansehen.

Eines weiß ich nach diesem Trip mit Sicherheit: Das war nicht mein letzter Ausflug in die Welt der Dünen. Die Berge aus Sand haben mich fast so sehr gepackt wie unsere Gipfel aus Stein und Eis.

Die Wüste selbst entdecken

Lust bekommen? Mit dem DAV Summit Club kannst du die Sahara im Rahmen der Reise Die Magie der Wüste: Zelt-Trekking in der Sahara gemeinsam mit einem lokalen Guide selbst entdecken.

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  • Dauer: 8 Tage
  • Preis: ab 795,- €

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Griaß di!
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Ich heiße Daniel, bin Mitte 30 und komme aus Oberösterreich. Ich möchte auf Rauf und Davon meine Liebe zu den Gipfeln dieser Welt teilen und euch damit für euer nächstes Bergabenteuer inspirieren. Dir gefallen meine Berggeschichten? Dann folge mir doch und verpasse keine Inspiration mehr:

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