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Via delle Bocchette durch die Brenta Dolomiten

Unterwegs auf den legendären Eisenwegen

Die Klettersteigrunde Via delle Bocchette durch die Brenta Dolomiten gilt als einer der schönsten Via Ferrata der Welt. Wenn man einmal die legendären Eisenwegen gegangen ist, versteht man auch warum.

  • Ausgangspunkt: Madonna di Campiglio
  • Höchster Punkt: 3.004 Meter
  • Schwierigkeit: Einfache Klettersteigrunde
  • Datum der Tour: 02.08.2019
  • Link zum Selberplanen: outdooractive.com (eine von vielen Varianten)

Was für eine Landschaft und hinter jeder Felsecke präsentiert sich ein neues Panorama – eines schöner als das andere. Die Via delle Bocchette ist längst kein Geheimtipp mehr. An schönen Tagen pilgern Via Ferrata-Fans aus ganz Mitteleuropa in die Brenta Dolomiten, um auf diesen legendären Wegen zu wandeln. Kein Wunder, kaum woanders bekommt man für so eine moderate Schwierigkeit (meistens A/B – B, wenige Stellen C) Genussklettersteige in dieser Länge. Atemberaubende Tiefblicke wechseln sich hier mit unbeschreiblich schönen Aussichtsplätzen ab. Alpiner Hochgenuss vom Feinsten!

Trotzdem darf man die Tour nicht unterschätzen, immerhin gilt es pro Tag bis zu 1.000 Höhenmeter im Auf- und Abstieg zu bewältigen und Gehzeiten von bis zu sieben Stunden sind keine Seltenheit. Und das an (je nach Tour) vier bis fünf aufeinanderfolgenden Tagen. Ist man aber konditionell fit genug, kommt hier jedoch jeder Klettersteigfan voll auf seine Kosten. Außerdem kann man sich auf den vielen gemütlichen Hütten mit hervorragendem Essen super ausruhen und stärken.

Das Besondere an den Brenta Dolomiten ist das gut ausgebaute Wegnetz. Hat man mal einen Tag Pech mit dem Wetter, ist es kein Problem, eine Etappe über einen normalen Wanderweg zu bewältigen und man kann am nächsten Tag planmäßig weiterkraxeln.

Kleiner Tipp: Das Wetter in den Dolomiten ist vormittags meistens stabil, am Nachmittag kann es hier öfter zu Gewittern kommen. Also besser bald am Morgen starten und am frühen Nachmittag schon wieder auf der Hütte sein.

Via delle Bocchette – unsere Route

Das wir das erste Mal in den Brenta Dolomiten waren, haben wir uns entschieden, die Runde mit dem DAV Summit Club zu machen. Technisch und von der Wegfindung her (alle Steige sind super angeschrieben und gut markiert) ist die Tour im Nachhinein betrachtet easy alleine machbar, aber die ganze Organisation samt Buchung der unterschiedlichen Hütten (hier muss man sehr früh dran sein), wollten wir uns nicht antun. Beim nächsten Mal werden wir die Gegend aber bestimmt auf eigene Faust erkunden. Unsere Tour im Detail war:

1. Tag: Aufstieg zum Rifugio Graffer, 2261 m.
2. Tag: Sentiero Benini – Sentiero Dellagiacoma – Rifugio Tuckett, 2272 m.
3. Tag: Sentiero delle Bocchette Alte – Rifugio Alimonta, 2580 m.
4. Tag: Sentiero delle Bocchette Centrale – Rifugio Agostini, 2410 m.
5. Tag: Sentiero Brentari – Rifugio Brentei, 2182 m.
6. Tag: Sentiero SOSAT – Rifugio Tuckett, 2272 m – Passo del Groste, 2437 m.

Mein Fazit

Via Ferrata-Freunde sollten diese Runde unbedingt einmal gemacht haben. Technisch sind die Steige nicht besonders schwierig, man sollte aber genug Grundkondition mitbringen, um die Tour genießen zu können. Zwei unserer Gruppenteilnehmer mussten zum Beispiel abbrechen, weil sie die Anstrengung unterschätzt hatten. Schwindelfreiheit und Trittsicherheit (oft steigt man im weglosen Gelände über leichte Kletterstellen ungesichert ab) sind natürlich ebenfalls Grundvoraussetzung. Hat man aber das nötige Rüstzeug, kann ich die Via delle Bocchette uneingeschränkt empfehlen. Ihr werdet es nicht bereuen, versprochen!

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