TourenberichteHochtourenGroßes Wiesbachhorn über den Kaindlgrat

Großes Wiesbachhorn über den Kaindlgrat

Aussichtsreiche Hochtour ohne Gletscherkontakt

Das Große Wiesbachhorn ist mit 3.564 Meter der dritthöchste Gipfel der Glocknergruppe. Der Kaindlgrat ist gerade zu Saisonbeginn ein wunderschön geschwungener Firngrat, der früher sogar als “Biancograt der Ostalpen” bezeichnet wurde. 

Toureninfos

  • Ausgangspunkt: Kaprun Stauseen Parkhaus
  • Höhenmeter & Distanz: 1.528 hm | 11,5 km
  • Höchster Punkte: 3.564 Meter
  • Schwierigkeit: Leichte Hochtour ohne Gletscherkontakt
  • Gemacht am: 04. September 2019

Tourenbericht Kaindlgrat

Die Tour auf das Große Wiesbachhorn ist eine einfache aber super abwechslungsreiche Hochtour. Bei kaum einem anderen Gipfel bekommt man so viel Hochtourenfeeling und Panorama für so einen mäßigen Schwierigkeitsgrad. Während der Weg zu Saisonende fast ausschließlich über Fels führt, kann die Tour zu Saisonbeginn mit einem wunderschön geschwungenen Firngrat aufwarten. Ich habe gemeinsam mit Paze die Tour Anfang September gemacht. Leider konnten wir nur mehr über einen sehr kleinen Kaindlgrat stapfen.

Der eigentliche Startpunkt der Tour ist der Stausee Mooserboden. Hierhin gelangt man entweder zu Fuß vom Kaprun Stausee Parkhaus (gratis) oder man nimmt die Bus-Schrägaufzug-Bus Kombi, die einem ein paar Stunden und rund 1.000 Höhenmeter Weg ersparen (wenn man sagt, dass man im Heinrich-Schweiger-Haus schläft, bekommt man das Ticket ein paar Euro billiger). Alle Infos dazu findest du in meinem Beitrag zu den schönsten Plätzen in Österreichs Bergen. Da wir schon spät dran waren, haben wir uns für den Bus entschieden.

Und dann steht man plötzlich am Stausee Mooserboden und kann das Panorama (und die Menge an Touristen) kaum fassen. Zum Glück lässt man den Trubel dank zahlreicher Serpentinen am Weg zum Heinrich-Schweiger-Haus schnell hinter sich. Da wir uns entschieden haben, die Tour auf zwei Tage aufzuteilen, haben wir dort geschlafen und den Sonnenuntergang und unglaublichen Sternenhimmel genossen.

Am nächsten Tag ging es dann vor Sonnenaufgang Richtung Gipfel. Zuerst über die “Schlüsselstelle”, ein kurzer seilversicherter Kamin (Schwierigkeit B/C), und dann in Serpentinen durch Schuttgelände auf den Unteren Fochezkopf. Weiter über den Oberen Fochezkopf und den Kaindlgrat schließlich zum Westgrat, auf dem man über einfaches Blockgelände (I) hinauf zum Gipfel kraxelt. Das Gelände ist nicht schwer, trotzdem sollte man schwindelfrei und trittsicher sein. Vor allem, wenn hier Schnee liegt. Mit dem Wetter hatten wir ein riesen Glück und wurden mit einem herrlichen Panorama belohnt. Mit Blick auf Glockner (zum Tourenbericht: Großglockner über den Normalweg), Großvenediger (zum Tourenbericht: Großvenediger mit Venediger Krone) und andere mächtige Gipfel der Hohen Tauern.

Zurück ging es dann über den selben Weg und nach einer kurzen Pause am Heinrich-Schweiger-Haus waren wir ein paar Stunden und knappe 1.600 Höhenmeter später wieder am Mooserboden Stausee. Wir sehen uns irgendwann zu Saisonbeginn wieder, wenn der Kaindlgrat in seiner voller Pracht dasteht.

Lass dich inspirieren

1,616FollowerFolgen
72FollowerFolgen

Buchtipps

Mehr Bergabenteuer

Spaghetti-Runde: Durchquerung des Monte-Rosa-Massivs

Fünf Tage, zehn Viertausender und über 4.000 Höhenmeter im Auf- sowie 5.000 im Abstieg. Schon in Zahlen weiß die Spaghetti-Runde zu faszinieren. Noch imposanter sind nur die Eindrücke, die man bei der 45 Kilometer langen Durchquerung der Walliser Alpen sammelt. Umso mehr, wenn man Glück hat und das Wetter mitspielt. 

Auf den Hohen Sonnblick (für Bergwelten)

Im Juli durfte ich für Bergwelten den wunderschönen Hohen Sonnblick besteigen. Die Tour zählt mit Sicherheit zu den schönsten im ganzen Raurisertal und könnte abwechslungsreicher kaum sein. Von gemütlichen Wanderwegen bis zur ausgesetzten Kraxelei ist hier für jeden etwas dabei.

Dachstein von Gjaidalm über Schulteranstieg [360°]

Der Dachstein ist mit seinen 2.995 Metern bestimmt nicht der höchste Berg in unseren Alpen, dafür aber für mich einer der schönsten.

Großvenediger mit Venedigerkrone [360°]

Der Großvenediger mit seinen mächtigen Gletschern ist für viele Bergsteiger ein beliebtes Ziel. Möchte man diesen wunderschönen Hochtourenklassiker krönen, kann man ihn mit der Venedigerkrone um vier 3.000er Gipfel erweitern.

Piz Buin über Normalweg [360°]

Mit 3.312 Meter ist der Piz Buin der höchste Berg Vorarlbergs. Auf seinen Gipfel führt eine landschaftlich abwechslungsreiche und wunderschöne Hochtour.

Großglockner über Normalweg [360°]

Als ich im September 2017 das erste Mal mit Bergführer am Gipfel des Großglockners stand, wusste ich, dass ich diesen Berg irgendwann einmal in Eigenregie besteigen muss. Knapp drei Jahre später war es im Juni 2020 gemeinsam mit vier Freunden soweit.

Feedback, Input oder Fragen?

Please enter your comment!
Please enter your name here

Beliebte Kategorien

Beliebte Tags

Kennst du schon meinen Etsy Shop?