Bergliebe in Blogform

Kilimanjaro Besteigung: Alle Infos rund um das Abenteuer

Von der besten Zeit über Kosten und Dauer bis zu den Routen

Zu meinem 30er habe ich mit einem Freund den Kilimanjaro über die Machame Route bestiegen. Darum weiß ich ganz gut, welche Fragen man sich davor stellt. Basierend auf meinen Erfahrungen möchte ich euch in diesem Beitrag alle Antworten mit auf den Weg geben.

Kilimanjaro Besteigung: Häufig gestellte Fragen

Alle Fragen auf einen Blick. Wenn ihr zu einer bestimmten Antwort springen möchtet, könnt ihr direkt auf die Frage klicken:

Was kostet eine Kilimanjaro Besteigung?

Die Preise für eine Kilimanjaro Besteigung starten bei europäischen Anbietern bei rund 1.600 Euro exklusive Flug (z. B. bei moja TRAVEL, wo ich die Tour ebenfalls gebucht habe). Ich habe den Kilimanjaro gleich in Kombination mit einer Safari gebucht und für die Reise inklusive Flug 2018 rund 3.500 Euro gezahlt.

Kilimanjaro vom Flugzeug aus fotografiert
Der Kilimanjaro vom Flugzeug aus fotografiert

Wie lange dauert die Kilimanjaro Besteigung?

Es gibt unterschiedliche Varianten, die im Schnitt zwischen fünf und sieben Nächte dauern. Unsere Tour über die Machame Route hat sechs Nächte in Anspruch genommen. Man hätte sie auch mit fünf Nächten buchen können, was ich aber nur vorab akklimatisierten Berggehern empfehlen würde. Viele besteigen zur Akklimatisierung vorher den Mt. Meru (4.566 m).

Welche Routen gibt es?

Grundsätzlich gibt es sechs gängige Besteigungsrouten:

  • Marangu Route
  • Machame Route
  • Lemosho Route
  • Rongai Route
  • Umbwe Route
  • Mweka Route

Die Marangu und die Rongai Route gelten als die einfachsten Aufstiege. Bei der Marangu wird in Hütten übernachtet, bei allen anderen in Zelten. Ich habe mich wie bereits erwähnt für die abwechslungsreiche Machame Route entschieden. Einen ausführlichen Beitrag zu den Routen findet ihr auf meinewelt-reisen.

Das Karanga Camp bei Sonnenuntergang
Sonnenuntergang im Karanga Camp (3.963 m)

Wann ist die beste Reisezeit für den Kilimanjaro?

Prinzipiell gibt es zwei „Trekking-Hauptsaisonen“. Besonders beliebt sind die Monate Jänner und Februar (afrikanische Sommermonate) bzw. August und September (afrikanische Wintermonate). Wir waren im Juli und hatten beste Verhältnisse.

Kann man ohne Bergführer auf den Gipfel?

Kurz und knapp: Nein. Der Kilimanjaro liegt in einem Nationalpark, in dem man sich nur mit einheimischen Guides bewegen darf.

Einheimischer Bergführer am Kilimanjaro
Unser Guide Tammy

Wie fit muss man für den Kilimanjaro sein?

Man muss eine sehr gute Grundkondition für Gehzeiten von rund 6 – 8 Stunden pro Tag mitbringen – und das für mehrere Tage in Folge. Am Gipfeltag sind es 12 – 14 Stunden Gehzeit. Da der Kilimanjaro ein Trekking-Berg ist, braucht man sonst keine alpinistischen Fähigkeiten.

Wie bereitet man sich auf eine Kilimanjaro Besteigung vor?

Ich bin mit Sicherheit nicht der erfahrenste Bergsteiger, habe aber in den letzten Jahren die eine oder andere ausgedehntere Bergtour gemacht (z. B. Großglockner, Ortler, Großvenediger, Watzmannüberschreitung). Ich wusste also, dass bis zu zehn Gehstunden und 1.500 Höhenmeter am Tag kein Problem für mich sind.

Trotzdem habe ich ab dem Entschluss, den Kilimanjaro zu machen (rund neun Monate vor dem Trip), mit Kardiotraining begonnen. Im Schnitt bin ich neben meinen normalen Berg- und Skitouren mindestens zwei Mal pro Woche eine Stunde Laufen gegangen oder im Fitnesscenter am Ergometer gesessen bzw. Crosstrainer gestanden.

Barafu Camp über den Wolken
Das Barafu Camp auf 4.600 Metern war unser höchstes Lager

Spürt man die Höhe am Kilimanjaro?

Auf 5.895 Metern sinkt der Luftdruck um rund 50 %. Dementsprechend hat man beim Einatmen nur mehr die Hälfte des Sauerstoffes zur Verfügung. Und das merkt man auch. Alles ist deutlich anstrengender, ab und zu hat man Kopfschmerzen, das Herz schlägt schneller und die Sauerstoffsättigung im Blut sinkt.

All diese Symptome habe ich gespürt, wobei sich die Kopfschmerzen zum Glück in Grenzen hielten (auf einer gedachten Schmerzskala geschätzt 4 von 10). Dennoch hatte ich so gut wie immer Probleme beim Einschlafen und bin mehrmals die Nacht aufgewacht – kurz gesagt: Meine Nächte waren ziemlich kurz und unruhig.

Schild über Höhenkrankheit im Barafu Camp mit Bergsteiger
Schild beim Eingang in das Barafu Camp

Sonst ist es mir verhältnismäßig gut gegangen. Ungemütlichere Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit oder Verwirrtheit sind zum Glück ausgeblieben. Lediglich am Gipfeltag fühlte ich mich über weite Strecken etwas ferngesteuert und hatte manchmal das Gefühl, mir selbst beim Gehen zuzusehen. Da haben aber die Anstrengung (14 Stunden auf den Beinen) und Übermüdung (in der „Nacht“ davor nur eine Stunde Schlaf) sicherlich auch ihren Teil dazu beigetragen.

Wie sind die Klos am Kilimanjaro?

In den Camps sind die Toiletten mehr (gemauert) oder weniger (Holzhüttchen) befestigte Häuschen. Das Klo selbst ist im Normalfall ein klassisches Plumpsklo. Also „nur“ ein Loch im Boden ohne befestigte Kloschüssel oder Ähnliches. Klopapier gibt es keines, wir hatten unser eigenes mit.

Sauberkeit darf man sich keine erwarten – eher das Gegenteil (außer man bucht die Luxusvariante, bei der einem ein eigenes Campingklo den Berg hochgetragen wird). Während des Trekkings erledigt man sein Geschäft einfach in der Natur. Klein wurde bei uns als „sending an E-Mail“ und groß als „sending a Fax“ bezeichnet. Ob das gängige Bezeichnungen sind oder die unserer Mountain Guides kann ich nicht sagen. 😀

Sonnenaufgang am Kraterrand des Kilimanjaros mit Schnee
Sonnenaufgang am Kraterrand des Kilimanjaro

Wie sieht der Gipfeltag aus?

Der Gipfeltag ist der härteste einer Kilimanjaro Besteigung. Nach einer kurzen und unruhigen „Nacht“ starteten wir um 22:30 Uhr mit einem kleinen Frühstück und einer Tasse Tee in den „Tag“. Gegen 23:15 Uhr brachen wir unter einem beeindruckenden Sternenhimmel Richtung Gipfel auf.

Schritt für Schritt stiegen wir im Schein unserer Stirnlampen langsam („pole pole“) einen schmalen, aber relativ steilen Weg empor, bis wir gegen 05:30 Uhr den Stellar Point und damit den Kraterrand erreichten. In meiner Erinnerung der kälteste Punkt des Gipfeltags. Der eisige Wind ließ die -10 °C noch kälter wirken, unsere Rucksäcke und Trinksysteme waren längst eingefroren.

Die gute Nachricht: Steht man jedoch einmal am Stellar Point, hat man es so gut wie geschafft. Das letzte Stück ist nur mehr ein gemütlicher Aufschwung. Um 06:00 Uhr standen wir dann tatsächlich bei Sonnenaufgang am Gipfel. Ein unglaubliches Gefühl, das mit den ersten wärmenden Sonnenstrahlen belohnt wurde.

Bergsteiger am Gipfelplateau des Kilimanjaros bei Sonnenaufgang
Abstieg vom Kilimanjaro

Nach 15 Minuten haben wir schon wieder mit dem Abstieg begonnen und um 10:40 waren wir wieder im Barafu Camp. Nach einem kleinen Frühstück und einer einstündigen Pause ging es dann vier weitere Stunden und 1.600 Höhenmeter ins Mweka Camp – unserem finalen Ziel des Tages. Unterm Strich waren wir ca. 14 Stunden unterwegs, sind 1.220 Meter auf- und 2.800 abgestiegen.

Wie ist die Verpflegung am Kilimanjaro?

Die Verpflegung war für die Verhältnisse purer Luxus. Wir haben drei Mal am Tag warmes Essen bekommen. In der Früh gab es Porridge, Ei, Würstchen, Toastbrot, Marmelade, Erdnussbutter und Schinken, manchmal sogar Bohnen. Zu Mittag und am Abend wurden uns drei Gänge serviert. Eine Suppe als Vor-, irgendeine Speise mit Fleisch als Haupt- und ein einfacher Kuchen oder Ähnliches beziehungsweise Früchte als Nachspeise. Zu Trinken gab es Schwarztee oder Kaffee. Hungrig oder durstig sind wir also nie los oder ins Bett gegangen. Um sein leibliches Wohl braucht man sich am Kilimanjaro also keine Sorgen machen.

Wie groß ist so eine Reisegruppe und zu wievielt ist man im Zelt?

Wir waren sieben Personen (zwei Amerikaner, zwei Deutsche, ein Ire und wir zwei) und soweit ich das beurteilen kann, habe ich keine Reisegruppe über zwölf Gäste gesehen. Pro zwei Personen hatten wir ein 6-Mann-Zelt.

Reisegruppe
Unsere Reisegruppe mit der (fast vollzähligen) Crew

Ist der Kilimanjaro gefährlich?

Diese Frage lässt sich kurz und knapp mit einem „Nein“ beantworten. Der Kilimanjaro ist ein technisch einfacher Trekkingberg, der abgesehen von der Höhe für einen routinierten Wanderer wenig alpinen Risiken mit sich bringt.

Wie viele Menschen sterben am Kilimanjaro?

Offizielle Zahlen gibt es nicht. Glaubt man einem gut recherchierten Artikel auf der Seite kilimanjaro.bplaced.net, dann sind es in etwa durchschnittlich 30 Todesfälle pro Jahr – wobei drei Viertel davon Führer und Träger sind. Die Ursachen sind meist: Herzprobleme, Höhenkrankheit, Schlaganfälle oder Unfälle wie Steinschlag.

Was muss man selbst tragen und machen?

Kurz: so gut wie gar nichts. Eigentlich muss man nur seinen Tagesrucksack tragen und den Weg von Camp zu Camp beziehungsweise auf den Gipfel gehen. Der komplette Rest wird von der (bei uns 31-köpfigen) Crew erledigt. Vom Auf- und Abbau über das Tragen deines restlichen Gepäcks bis hin zum Kochen und servieren. Was diese Menschen – und vor allem in welchem Tempo – am Berg leisten, ist ein Wahnsinn, der meinen höchsten Respekt hat. Man verlässt das noch aufgebaute Lager und wenn man im nächsten Camp ankommt, ist schon wieder alles aufgebaut.

Einheimische Träger mit Kilimanjaro im Hintergrund
Die eigentlichen Helden sind die Träger

Wie kalt ist es am Kilimanjaro?

Wir haben den Kilimanjaro im August, also dem afrikanischen Winter bestiegen. Die Höchsttemperatur am Fuß des Berges lag so bei ca. 20 °C die Temperatur am Gipfel kurz vor Sonnenaufgang bei ca. -10 °C. In der Nacht kratzen die Temperaturen in den Camps am Gefrierpunkt, im Zelt hat es in der Nacht um die 5 – 8 °C.

Welche Ausrüstung brauche ich für den Kilimanjaro?

Im Prinzip reicht eine normale Wanderausrüstung, die für die genannten Temperaturen passt – es empfiehlt sich also das klassische Zwiebelprinzip. Außerdem sollte man einen Schlafsack mit einem Komfortbereich bis -10 °C mithaben.

Wie viel Trinkgeld muss man geben?

Tansania hat eine ausgereifte Trinkgeldkultur. Viele Menschen leben von dem Trinkgeld und dessen sollte man sich auch bewusst sein. In unserem Fall haben wir für den gesamten Trip und die komplette Crew 250,- Dollar Trinkgeld pro Person gegeben. Achtung: Hier hat jede Agentur andere Angaben und Richtwerte. Aber irgendwas in dieser Größenordnung sollte kalkuliert und in bar mitgenommen werden.

Trinkgeld
Am Ende der Tour wird das Trinkgeld aufgeteilt und anschließend bei einer Zeremonie an die Crew verteilt

Wie viele schaffen es auf den Kilimanjaro?

Ich glaube, die Frage ist so alt wie der Tourismus am Berg. Ich habe schon vieles gehört und gelesen, welche Zahl wirklich stimmt, lässt sich schwer sagen. Unterm Strich kann man aber sagen, dass – je nach Weg und Anzahl der Tage – im Durchschnitt (pro Jahr versuchen es bis zu 60.000 Menschen) in etwa 50 % – 85 % über die gängigen Routen den Gipfel erreichen. In unserer Gruppe haben es alle geschafft.

Wie wäscht man sich am Kilimanjaro?

Die schlechte Nachricht vorab: Nein, am Kili gibt es keine Duschen. Dafür bekommt man morgens und abends einen Behälter mit warmem Wasser. Wer Afrikas höchsten Berg erklimmen will, muss sich auf eine Woche Katzenwäsche einstellen. Feuchttücher, um sich zwischendurch einmal an intimeren Stellen sauber zu machen, sind aus eigener Erfahrung kein Schaden.

Zelt am Kilimanjaro
Mein Begleiter Andreas bei der täglichen Wäsche vor unserem Zelt

Steckbrief

  • Höhe: 5.895 Meter
  • Lage: Afrika / Tansania
  • Erstbesteigung: 1889
  • Gestein: Lavagestein
  • Besonderheit: Der Kilimanjaro ist der höchste Berg Afrikas und damit einer der Seven Summits
  • Luftdruck am Gipfel: 488 hPa (47 % von Meereshöhe)

Mein Erfahrungsbericht

Gruppe von Bergsteiger am Gipfel des Kilimanjaro

Kilimanjaro (5.895 m) über Machame Route

Im Juli 2018 habe ich mir einen Lebenstraum erfüllt und den Kilimanjaro, den höchsten Berg Afrikas, bestiegen. Ein unvergessliches Erlebnis, über das ich euch ausführlich berichten möchte.

Griaß di!
Griaß di!
Ich heiße Daniel, bin Mitte 30 und komme aus Oberösterreich. Ich möchte auf Rauf und Davon meine Liebe zu den Gipfeln dieser Welt teilen und euch damit für euer nächstes Bergabenteuer inspirieren. Dir gefallen meine Berggeschichten? Dann folge mir doch und verpasse keine Inspiration mehr:

Eure aktuellen Lieblingsgeschichten

❤ Ich freue mich über Follower ❤

1,030FansGefällt mir
1,843FollowerFolgen
103FollowerFolgen

Rauf und Davon für Zuhause

Banner Rauf und Davon Webshop

Mehr Bergliebe

Bücher für Bergliebhaber und Bergsteiger

Von Lehrbüchern über Tourenführer bis zu Bildbänden: Diese Bücher gefallen bestimmt jedem Bergliebhaber und Outdoorbegeisterten.

Gadgets fürs Wandern und Bergsteigen

Für Bergliebhaber gibt es jede Menge Gadgets, die das Leben leichter, sicherer, kurzweiliger oder schöner gestalten. Hier eine Auswahl.

Was du über den Großglockner (3.798 m) wissen musst

Welche Normalwege und Hütten gibt es am Großglockner? Wie schwer ist die Besteigung? Brauche ich einen Bergführer? Hier gibt's die Antworten!

Mein Bergwettermonitor

Ich dachte mir, bevor ich jedes mal bei jedem Ort einzeln das Wetter checken muss, baue ich mir doch einfach eine kleine Seite, auf der ich auf einen Blick die Wettervorhersagen der für mich wichtigsten Gebirge sehe.

Tipps für bessere Berg- und Reisefotos

Ich verrate euch in meinem kleinen Fotoguide für Landschafts- und Reisefotografie ein paar Tipps und Tricks, wie ihr das Beste aus euren Bilder rausholt.

Apps, die auf keiner meiner Bergtouren fehlen dürfen

So stressig die Digitalisierung unser Leben manchmal macht, so nützlich kann sie auch sein. Heutzutage gibt es nämlich wirklich für alles eine App - natürlich auch für Outdoor-Sportarten wie Wandern oder Bergsteigen.

Beliebte Kategorien

Beliebte Tourensammlungen

Kennst du schon meinen Etsy Shop?